wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 12. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 17.01.2014
6 U 167/13 -

Unzulässige Verwendung von durch Dritte erhaltene Daten zur Mandatsakquise

Verstoß gegen den Datenschutz durch Anwaltsschreiben

Erhält ein Rechtsanwalt durch eine Mandatsausübung Daten, so darf er diese nicht zur Mandatsakquise verwenden. Andernfalls verstößt er gegen den Datenschutz. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln hervor.

In dem zugrunde liegenden Fall erhielt eine Rechtsanwaltskanzlei im Rahmen einer Auskunftsklage gegen einen Immobilienfonds die Daten der Anleger. Diese Daten verwendete die Kanzlei, um die Fondsanleger im Namen einer der Anleger anzuschreiben. Die Anleger des Fonds wurden in dem Schreiben auf die kritische Lage des Fonds hingewiesen. Zudem wurde der Beitritt zu einer Schutzgemeinschaft und deren Internetseite beworben. Für diese Seite war die Anwaltskanzlei verantwortlich. Des weiteren wurde auf der Internetseite die Tätigkeit der Kanzlei dargestellt. Ein konkurrierender Anwalt hielt das Schreiben für eine unzulässige Werbemaßnahme und klagte auf Unterlassung. Das Landgericht Köln gab dem statt. Dagegen richtete sich die Berufung der beklagten Rechtsanwaltskanzlei.

Anspruch auf Unterlassung bestand

Das Oberlandesgericht Köln bejahte ebenfalls einen Unterlassungsanspruch aus § 8 UWG. Denn die Rechtsanwaltskanzlei habe durch ihr Schreiben gegen § 28 Abs. 3 BDSG und damit gegen eine Marktverhaltensregel im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG verstoßen.

Fehlende Einwilligung der Anleger zur Datenverwendung begründete Verstoß gegen Datenschutz

Die Rechtsanwaltskanzlei habe nach Ansicht des Oberlandesgerichts gegen den Datenschutz verstoßen. Denn gemäß § 28 Abs. 3 BDSG dürfen personenbezogene Daten nur mit Einwilligung der Betroffenen zur Werbung genutzt werden. Eine solche Einwilligung habe hier aber nicht vorgelegen. Das Schreiben sei zudem als Werbung zu werten gewesen, da es ersichtlich der Mandatsgewinnung gedient habe. Dies sei besonders deutlich geworden durch den Verweis auf die Internetseite der Schutzgemeinschaft. Unerheblich sei angesichts der fehlenden Einwilligung darüber hinaus gewesen, ob die Kanzlei die Anlegerdaten von der Fondsgesellschaft zum Zweck der Mandantengewinnung übergeben wurden.

Bloße Kontaktaufnahme mit anderen Anlegern zulässig

Das Oberlandesgericht verwies jedoch darauf, dass die Daten zur Kontaktaufnahme mit anderen Anlegern, etwa zur Organisation einer Interessensgemeinschaft, habe verwendet werden dürfen. Zwar könne es im Einzelfall schwierig sein zwischen legitimer Kontaktaufnahme, bei der ein Werbeeffekt zugunsten der Anwälte nicht vermeidbar ist, und unzulässiger Werbung zu unterscheiden. Es sei aber zumindest zu fordern, dass sich der Werbeeffekt auf ein Minimum reduziert.

Kein Verstoß gegen berufsrechtliches Sachlichkeitsgebot

Ein Verstoß gegen das berufsrechtliche Sachlichkeitsgebot im Rahmen der Werbung (§ 43 b BRAO) verneinte das Oberlandesgericht. Es sei grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass ein potentieller Mandant in Kenntnis eines konkreten Beratungsbedarfs angesprochen wird. Die Werbung werde dann unzulässig, wenn die Entscheidungsfreiheit durch Belästigung, Nötigung oder Überrumpelung beeinträchtigt wird. Ein solcher Fall habe hier aber nicht vorgelegen. Denn das Schreiben habe durchaus einen Nutzen für die Anleger gehabt. Der damit verbundene Werbeeffekt sei im Zusammenhang mit § 43 b BRAO hinzunehmen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 07.07.2014
Quelle: Oberlandesgericht Köln, ra-online (vt/rb)

Vorinstanz:
  • Landgericht Köln, Urteil vom 29.08.2013
    [Aktenzeichen: 31 O 225/13]
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: BRAK-Mitteilungen (BRAK-Mitt)
Jahrgang: 2014, Seite: 211
BRAK-Mitt 2014, 211
 | Zeitschrift: Neue Juristische Wochenschrift (NJW)
Jahrgang: 2014, Seite: 1820
NJW 2014, 1820
 | Zeitschrift: NJW-Spezial
Jahrgang: 2014, Seite: 479, Entscheidungsbesprechung von Christian Dahns
NJW-Spezial 2014, 479 (Christian Dahns)
 | Zeitschrift für Datenschutz (ZD)
Jahrgang: 2014, Seite: 421
ZD 2014, 421

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 18447 Dokument-Nr. 18447

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil18447

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken



Werbung