wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 19. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Landshut, Urteil vom 14.12.2016
13 S 1146/16 -

Kein Ausgleichsanspruch wegen Flugannullierung bei rechtzeitiger Information über Annullierung durch Reisebüro

Fluggast kann Schadens­ersatz­anspruch wegen Mehrkosten für Ersatzflüge zustehen

Wird ein Fluggast durch das Reisebüro über die Annullierung des gebuchten Fluges informiert, so steht ihm gemäß Art. 5 Abs. 1 c) i) der Fluggast­rechte­verordnung (FluggastVO) kein Anspruch auf Ausgleichszahlung nach Art. 7 FluggastVO zu. Ihm kann aber ein Schadens­ersatz­anspruch aufgrund der Mehrkosten für gebuchte Ersatzflüge zu stehen. Dies hat das Landgericht Landshut entschieden.

In dem zugrunde liegenden Fall wurde ein Reisender zwei Wochen vor dem geplanten Abflug über die Annullierung des Fluges unterrichtet. Die Information erfolgte über das Reisebüro. Der Reisende sah sich aufgrund der Flugannullierung gezwungen Ersatzflüge zu buchen, da er bereits am Zielort Hotel und Wohnmobil für den Urlaub gebuchte hatte. Ihm entstanden dadurch Mehrkosten in Höhe von ca. 319,00 EUR. Der Reisende verklagte nach dem Urlaub die Fluggesellschaft auf Zahlung einer Ausgleichsentschädigung sowie auf Erstattung der Mehrkosten wegen der gebuchten Ersatzflüge. Das Amtsgericht Erding wies die Klage ab. Dagegen richtete sich die Berufung des Klägers.

Kein Anspruch auf Ausgleichszahlung aufgrund Flugannullierung

Das Landgericht Landshut folgte der Entscheidung des Amtsgerichts hinsichtlich der Verneinung eines Anspruchs auf Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 FluggastVO. Zwar könne eine Flugannullierung grundsätzlich einen Ausgleichsanspruch begründen. Werde aber der betroffene Fluggast mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit von der Annullierung informiert, entfalle nach Art. 5 Abs. 1 c) i) FluggastVO der Anspruch. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Information direkt von der Fluggesellschaft oder dem Reisebüro komme. Es sei nämlich nicht ersichtlich, warum das Luftfahrtunternehmen sich bei der Erfüllung seiner Informationspflichten nicht Dritter bedienen dürfe.

Anspruch auf Erstattung der Mehrkosten wegen gebuchter Ersatzflüge

Dem Kläger stehe aber nach Ansicht des Landgerichts ein Anspruch auf Erstattung der Mehrkosten für die gebuchten Ersatzflüge gemäß §§ 280, 281 BGB zu, da die Annullierung eines Fluges eine Pflichtverletzung darstelle. Zwar setze der Anspruch grundsätzlich die Setzung einer Frist zur Leistungserbringung voraus. Dies sei jedoch im vorliegenden Fall gemäß § 281 Abs. 2 2. Alternative BGB entbehrlich gewesen. Der Kläger habe insbesondere aufgrund der für den Urlaub bereits erfolgten weiteren Buchungen ein erhebliches Interesse an einer pünktlichen Durchführung des Fluges gehabt. Hätte er zunächst trotz der Mitteilung über die Flugannullierung den Flugtag abwarten müssen, um dann eine Nachfrist zu setzen, hätte er sein Interesse an der Durchführung der Flugreise zu dem von ihm vorgesehenen Zeitpunkt nicht mehr realisieren können.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 18.05.2017
Quelle: Landgericht Landshut, ra-online (vt/rb)

Vorinstanz:
  • Amtsgericht Erding, Urteil vom 17.03.2016
    [Aktenzeichen: 3 C 2735/15]
Aktuelle Urteile aus dem EU-Recht | Reiserecht | Schadensersatzrecht | Verbraucherrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Reiserecht aktuell (RRa)
Jahrgang: 2017, Seite: 77
RRa 2017, 77

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 24271 Dokument-Nr. 24271

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil24271

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung