wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Donnerstag, 19. Juli 2018

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern5/0/5(2)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Aachen, Urteil vom 21.12.2016
42 O 127/16 -

Geschenk-Versprechen für Bestellung eines kostenlosen Testpaketes muss eingehalten werden

Domaininhaber haftet auch für Wettbewerbsverstöße eines Domainpächters

Wer damit wirbt, dass Verbraucher ein Fitness-Band geschenkt bekommen, wenn sie einen Gratis-Test durchführen, muss dieses Versprechen auch einhalten. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Aachen hervor.

Dem Verfahren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Unter der Domain slimsticks-abo.de wurde für das Nahrungsergänzungsmittel Slimstick geworben, das die beklagte Payplus GmbH vertreibt. Dort stand unter anderem: "Das Slimsticks FitBand - kostenlos für Ihr Vertrauen. Nach dem Test belohnen wir Sie und schenken Ihnen das Slimsticks FitBand (statt 79,99) für Ihre Treue. Das Slimstick FitBand erhalten Sie kostenlos und garantiert nach dem Testzeitraum und Sie können es in jedem Fall behalten!"

Beim Weiterklicken erschien dann das Bestellformular. Die Seite wurde eingeleitet mit den Text: "Ja! Ich möchte ein Paket SlimSticks gratis. Ich kann SlimSticks dann 14 Tage testen. Wenn ich zufrieden bin, brauche ich nichts weiter zu tun, ich beziehe dann SlimSticks zu nebenstehenden Konditionen im 90 Tage SlimSticks Programm für monatlich 49,90 Euro (insgesamt 149,70 Euro). Das SlimSticks FitBand Bluetooth und die SlimSticks erhalte ich mit der ersten Lieferung im SlimSticks 90 Tage Programm."

Irreführende Werbung

Das sah das Landgericht Aachen als wettbewerbswidrig an, weil Verbraucher nicht darüber informiert werden, dass sie erst das 90-Tage-Programm für 149,70 Euro bestellen müssen, um das FitBand zu bekommen. "Zudem ist die Werbung irreführend, weil sie den unzutreffenden Eindruck erweckt, das Band nach der Bestellung des kostenlosen Testpaketes behalten zu dürfen.", so die Richter. Sie verurteilten die Beklagte, die wettbewerbswidrigen Aussagen zu unterlassen.

Beklagte hält sich hinsichtlich der Klage für den falschen Adressaten

Die beklagte Payplus GmbH hatte gegen die Klage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen auch vorgebracht, dass sie die falsche Beklagte sei. Sie habe die Webseite slimsticks-abo.de an die Firma Big Shop B.V. verpachtet, diese Firma sei Betreiberin der Homepage und damit die richtige Adressatin der Klage.

Payplus GmbH sind wettbewerbswidrige Handlungen auf Webseite zurechenbar

Das ließ das Gericht nicht gelten: Erstens spreche vieles dafür, dass die Payplus GmbH die wahre Betreiberin der Webseite sei; denn sie sei Inhaberin der Domain und über die Seite würden ausschließlich ihre Produkte vertrieben. Zweitens seien ihr die wettbewerbswidrigen Handlungen auf der Webseite jedenfalls zurechenbar und daher sei sie verantwortlich.

Beklagte hätte alle zumutbaren Vorkehrungen zur Verhinderung von Verstößen treffen müssen

Auch als Verpächterin der Webseite müsse sie die Gefahr von Wettbewerbsverstößen im Rahmen ihrer Möglichkeiten begrenzen, wenn sie von solchen erfahre. Seit der Abmahnung habe sie positiv Kenntnis gehabt, dass auf der Seite, die ausschließlich für ihre Produkte werbe, falsche, irreführende und damit wettbewerbswidrige Angaben gemacht wurden. Die Beklagte hätte daher alle zumutbaren Vorkehrungen treffen müssen, um diese Verstöße zu verhindern, notfalls, indem sie den Pachtvertrag für die Webseite kündige. Daher sei sie zur Unterlassung verpflichtet.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 27.12.2017
Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband/ra-online

Aktuelle Urteile aus dem Verbraucherrecht | Vertragsrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 25251 Dokument-Nr. 25251

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil25251

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  2 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (1)

 
 
Andy Kashu schrieb am 01.01.2018

Dabei kann es sich nicht um ein "Geschenk-Versprechen" gehandelt haben, wenn das Urteil so ausgegangen ist, denn ein (richtig) Schenkungsversprechen bedarf zu dessen Wirksamkeit der verschärften Schriftform, hier: der notariellen Beurkundung, um den Zuwendenden zur Schenkung verpflichten zu können.

Zudem scheint die "Schenkung" im vorliegenden Fall von einer Gegenleistung abzuhängen, was es per se schon nicht mehr zur Schenkung macht.

§ 518 BGB Form des Schenkungsversprechens

(1) Zur Gültigkeit eines Vertrags, durch den eine Leistung schenkweise versprochen wird, ist die notarielle Beurkundung des Versprechens erforderlich. [...][

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Werbung