wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 16. Oktober 2018

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Hannover, Urteil vom 27.04.2017
8 S 46/16 -

Verlegung der Flugzeit von Mittagszeit auf den Abend durch Reiseveranstalter stellt angesichts eines Kleinkinds Reisemangel dar

Reisende kann Erstattung der Kosten für Ersatzflug und Taxifahrt zum Flughafen verlangen

Hat eine Reisende mit einem Kleinkind einen Rückflug zur Mittagszeit gebucht und wird dieser Flug vom Reiseveranstalter um 5 Stunden und 45 Minuten in den Abend verlegt, stellt dies einen Reisemangel dar. Die Reisende kann in diesem Fall gemäß § 651 c Abs. 3 BGB den Ersatz der Kosten für einen gebuchten Ersatzflug und die Taxifahrt zum Flughafen verlangen. Dies hat das Landgericht Hannover entschieden.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Eine Frau buchte für sich und ihren Lebensgefährten sowie dem gemeinsamen 21 Monate alten Kind im März 2015 eine Pauschalreise nach Mallorca für den September 2015. Für den Rückflug buchte sie angesichts des Kindes einen Flug um 13.15 Uhr. Die Reiseveranstalterin vermerkte die Rückflugzeit als "voraussichtlich". Im Juli 2015 erhielt die Frau von der Reiseveranstalterin eine Mitteilung, wonach der Rückflug von 13.15 Uhr auf 19.25 Uhr verlegt wurde. Zudem erfolgte eine Umbuchung von einem Linienflug auf einen Charterflug. Die Frau war damit nicht einverstanden und pochte auf eine Abflugzeit um die Mittagszeit. Da die Reiseveranstalterin sich außer Stande sah, dem nachzukommen, buchte die Frau für sich und ihre Familie selbst einen Rückflug um 13.15 Uhr. Die dadurch entstandenen Kosten in Höhe von 613,31 EUR sowie die Kosten für die Taxifahrt zum Flughafen in Höhe von 83,50 EUR verlangte sie von der Reiseveranstalterin klageweise ersetzt. Das Amtsgericht gab der Klage statt. Dagegen richtete sich die Berufung der Reiseveranstalterin.

Anspruch auf Kostenerstattung aufgrund Reisemangels

Das Landgericht Hannover bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts und wies daher die Berufung der Reiseveranstalterin zurück. Der Klägerin stehe ein Anspruch auf Erstattung der Kosten für den früher gebuchten Rückflug einschließlich der Taxikosten gemäß § 651 c Abs. 3 BGB zu. Die Verlegung der Flugzeit in Zusammenhang mit der Umbuchung von einem Linienflug auf einen Charterflug stelle einen Reisemangel dar, der über eine bloße Unannehmlichkeit hinausgehe.

Änderung der Flugzeiten in gewissem Rahmen möglich

Nach dem Reisevertrag habe die Reiseveranstalterin zwar die Flugzeiten in einem gewissen Rahmen einseitig verändern dürfen, so das Landgericht. Denn sie habe bei Abschluss des Reisevertrags nicht verbindlich eine Flugzeit zugesagt. Die Charakterisierung der Abflugzeit als "voraussichtlich" bringe zum Ausdruck, dass die endgültige Abflugzeit in gewissem Umfang von der zunächst genannten abweichen könne. Dies sei insbesondere bei Reiseverträgen, die lange vor der vorgesehenen Reisezeit geschlossen werden, auch nicht zu beanstanden.

Unzumutbare Flugzeitänderung aufgrund Kleinkinds

Jedoch sei es dem Reisenden nach Auffassung des Landgerichts nicht zumutbar, voraussetzungslos Abweichungen von dem vertraglich vereinbarten Zeitrahmen hinnehmen zu müssen. Regelmäßig sei zwar eine Verschiebung von bis zu vier Stunden entschädigungslos hinzunehmen. Es komme aber auf den Einzelfall an. Hier sei zu berücksichtigen, dass die Klägerin einen Linienflug um die Mittagszeit gebucht hatte, um den Schlafrhythmus des Kleinkindes nicht erheblich zu beeinträchtigen. Unter diesen Umständen sei die vorgenommene Änderung der Flugzeit und der Fluggesellschaft nicht mehr zumutbar.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 26.01.2018
Quelle: Landgericht Hannover, ra-online (zt/RRa 2017, 280/rb)

Fundierte Fachartikel zum diesem Thema beim Deutschen Anwaltsregister:

Aktuelle Urteile aus dem Reiserecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Reiserecht aktuell (RRa)
Jahrgang: 2017, Seite: 280
RRa 2017, 280

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 25440 Dokument-Nr. 25440

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil25440

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken


Werbung