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Amtsgericht Dortmund, Beschluss vom 23.02.2017
729 OWi 19/17 (b) -

Geldbuße von 15 EUR rechtfertigt grundsätzlich Anordnung von Erzwingungshaft

Ver­hältnis­mäßig­keits­grundsatz ist aber zu beachten

Weigert sich ein Betroffener eine Geldbuße in Höhe von 15 EUR zu zahlen, rechtfertigt dies grundsätzlich die Anordnung von Erzwingungshaft gemäß § 96 Abs. 1 des Ordnungs­widrig­keiten­gesetzes (OWiG). Dabei ist jedoch der Ver­hältnis­mäßig­keits­grundsatz zu beachten. So ist eine Erzwingungshaft unzulässig, wenn bereits das Verlangen einer Vermögensauskunft unverhältnismäßig wäre. Dies hat das Amtsgericht Dortmund entschieden.

In dem zugrunde liegenden Fall weigerte sich der Betroffene einer Verkehrsordnungswidrigkeit eine Geldbuße in Höhe von 15 EUR zu zahlen. Dadurch erhöhte sich die Forderung durch Mahngebühren, Zustellungskosten und Pfändungsgebühren auf 76 EUR. Die zuständige Behörde beantragte daher beim Amtsgericht Dortmund die Anordnung von Erzwingungshaft, um den Betroffenen zur Zahlung zu bewegen. Vollstreckungsversuche unternahm die Behörde aufgrund von Personalmangel nicht. Ein Verfahren zur Abgabe der Vermögenauskunft hielt sie aufgrund der geringen Forderung für unverhältnismäßig.

Grundsätzliche Zulässigkeit der Erzwingungshaft

Das Amtsgericht Dortmund führte zu dem Fall zunächst aus, dass auch eine Geldbuße in Höhe von 15 EUR grundsätzlich die Anordnung von Erzwingungshaft gemäß § 96 Abs. 1 OWiG ermögliche. Jedoch stehe dies unter dem Vorbehalt der Verhältnismäßigkeit.

Unverhältnismäßigkeit der Erzwingungshaft

Die Anordnung von Erzwingungshaft sei nach Ansicht des Amtsgerichts unverhältnismäßig. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gebiete es gerade bei derart geringen Geldbußen zunächst die Maßnahmen zur Beitreibung der Geldbuße auszuschöpfen. Dies gelte umso mehr, da die Behörde davon ausgehe, dass es sogar unverhältnismäßig wäre wegen zu vollstreckenden 76 EUR eine Vermögensauskunft zu verlangen, obwohl diese von deutlich geringerer Eingriffsintensität sei als eine Haft. Auf einen Personalmangel könne sich die Behörde nicht berufen.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 07.09.2018
Quelle: Amtsgericht Dortmund, ra-online (vt/rb)

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Dokument-Nr.: 26411 Dokument-Nr. 26411

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Kommentare (3)

 
 
Coon schrieb am 10.09.2018

Was ist denn mit den Bereinigungsgesetzen passiert?

Clown schrieb am 08.09.2018

Wenn man bedenkt, dass in Görmänieh ein Insasse Kosten zwischen 150 und 210 Euro (je nach Bundesland) verursacht (pro Tag wohlgemerkt) kann man beim Thema "wegen 15 Euro in den Bau" beruhigt vom verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern ausgehen. Wie lange bleibt der Betroffene eigentlich "drin"? 2 Stunden?

Lothar Sündermann antwortete am 10.09.2018

haha..von wegen.es soll ja wirken.es kann sein das er sogar 14 tage eingesperrt wird..tagessatz 1 euro.kein witz aber je kleiner der schulbbetrag so kleiner der tagessatz..

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