wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Donnerstag, 16. September 2021

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 09.08.2000
VG 1 A 456.97 -

Keine Fällgenehmigung für Spitzahorn

Die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin hat die Klage eines Grundstückseigentümers abgewiesen, der darum stritt, eine Genehmigung für das Fällen eines sich auf dem Hof seines Grundstücks in Berlin Neukölln befindenden Spitzahorn zu erhalten.

Der Kläger bemühte sich um die nach der Berliner Baumschutzverordnung erforderliche Fällgenehmigung, weil er meinte, der Baum, dessen Stammumfang in 1,30 m Höhe 1,35 m beträgt, verschatte die in dem Wohnhaus gelegenen unteren Wohnungen in unzumutbarer Weise, eine anderweitige Bepflanzung des Hofes sei wegen der Verschattung unmöglich, die Schrägstellung des Baumes gefährde Passanten, die Wurzeln beschädigten die Pflasterung des Hofes und der Laubanfall bringe an nassen Tagen besondere Gefahr mit sich. Nachdem das Bezirksamt Neukölln dem Kläger lediglich eine Genehmigung zum Rückschnitt des Baumes auf einen Abstand von bis zu 2,50 m zum Gebäude erlaubt hatte, hatte auch die verwaltungsgerichtliche Klage keinen Erfolg. In dem Urteil führt die Kammer aus: Nach der Baumschutzverordnung dürfe ein geschützter Baum wie der umstrittene Spitzahorn von einem Stammumfang von 60 cm und mehr in Stammhöhe von 1,30 m nur gefällt werden, wenn er krank sei, seine ökologischen Funktionen weitgehend verloren habe, seine Erhaltung dem Eigentümer mit zumutbarem Aufwand nicht mehr möglich sei oder wenn die zulässige Nutzung des Grundstücks unzumutbar beeinträchtigt werde. Die Kammer kam nach einer Besichtigung des Baumes und des Grundstücks vor Ort zu dem Ergebnis, daß keine dieser Voraussetzungen vorliege. Der Baum sei vital und standfest und erfülle seine ökologischen Funktionen. Er verschatte die unteren, dem Hof zugewandten Wohnungen auch nicht in unzumutbarer Weise.

Eine unzumutbare Beeinträchtigung der Wohnnutzung sei grundsätzlich nur dann anzunehmen, wenn Wohnräume durch einen geschützten Baum in einem die Gesundheit beeinträchtigenden Ausmaß verdunkelt würden und die Dunkelheit nicht auf architektonische oder andere Faktoren zurückzuführen sei. Eine solche Beeinträchtigung liege vor, wenn in Aufenthaltsräumen auch an sonnigen Tagen etwa beim Lesen der Gebrauch künstlicher Lichtquellen notwendig sei. Nach Überzeugung des Gerichts bewirke die von dem Spitzahorn ausgehende Verschattung keine derart starke Verschattung; die Dunkelheit in der besichtigten Wohnung sei vielmehr entscheidend durch die Erdgeschosslage nach Norden bedingt. Im Übrigen könne das Fällen eines geschützten Baumes nicht damit begründet werden, dass aus ästhetischen Gründen an seiner Stelle andere Gewächse gepflanzt werden sollen. Der übermäßige Laubanfall stelle keine unzumutbare Belastung dar, sei vielmehr eine natürliche Gegebenheit. Soweit bereits Schäden an der Pflasterung des Hofes entstanden seien, könnten diese mit zumutbarem Aufwand behoben werden.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin
Quelle: ra-online, VG Berlin

Aktuelle Urteile aus dem Verwaltungsrecht | Wohneigentumsrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Baum | Bäume | Baumlaub | Herbstlaub | Laub | Beseitigung | Beseitigen | Entfernen | Genehmigung | Herbstlaub | Laubfall | Laubanfall | Schatten | Verschattung

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 1726 Dokument-Nr. 1726

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil1726

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung