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Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 06.05.2021
L 21 AS 525/21 B ER -

Kein Mehrbedarf für FFP2-Masken trotz Maskenpflicht

Bedarf kann durch Einspar­möglichkeiten gedeckt werden

Die neue gesetzliche Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken führt nicht dazu, dass SGB II-Bezieher im Eilverfahren einen Mehrbedarf erfolgreich geltend machen können. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) entschieden.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Antragsteller begehrten vergeblich vom Jobcenter die Gewährung eines Mehrbedarfes in Form von wöchentlich 20 FFP2-Masken, hilfsweise eines Barbetrages von monatlich 129 Euro zur Beschaffung (pro Person). Das im einstweiligen Rechtsschutzverfahren angerufene SG Düsseldorf lehnte die vorläufige Verpflichtung des Antragsgegners ab.

Kein Mehrbedarf für FFP2-Masken

Die hiergegen gerichtete Beschwerde hat das LSG zurückgewiesen und ist dabei zum selben Ergebnis gelangt, wie die zuvor mit vergleichbaren Fällen befassten Senate. Der Mehrbedarf für FFP2-Masken sei zwar ein besonderer, jedoch kein unabweisbarer Bedarf i.S.d. § 21 Abs. 6 SGB II. Denn die Antragsteller könnten ihren Bedarf decken, wenn sie ihre Einsparmöglichkeiten nutzten. Dabei sei zunächst zu beachten, dass ihrem Begehren ein weit überhöhter Maskenbedarf sowie ein zu hoher Maskenpreis zugrunde liege.

Verfach Nutzung der Masken zumutbar

Auch unter Berücksichtigung der zum 23.04.2021 durch § 28 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 Infektionsschutzgesetz eingeführten Pflicht zum Tragen einer Atemschutzmaske (FFP2 oder vergleichbar) bei der Beförderung von Personen im öffentlichen Personennah- oder -fernverkehr bestehe der monatliche Bedarf nur im Umfang von zehn Masken pro Person und könne mit einem finanziellen Aufwand von maximal zehn Euro gedeckt werden. Zehn Masken deckten den Bedarf für einen ganzen Monat, weil sie nach wissenschaftlicher Auffassung bei sachgerechter Handhabung, Lagerung und Trocknung mehrfach verwendet werden könnten. Dies sei den Antragstellern - ebenso wie der Bevölkerung im Übrigen - nach aktuellem Erkenntnisstand zuzumuten.

Finanzierung aus dem Regelbedarf zumutbar

Der Maskenbedarf verursache monatliche Kosten von maximal zehn Euro, da FFP2-Masken mittlerweile - anders als noch zu Pandemiebeginn - für 1 Euro oder weniger pro Stück erworben werden könnten. Er könne durch Einsparungen gedeckt werden, da einige der im Regelbedarf enthaltenen Bedarfspositionen wegen der allgemeinen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus - insbesondere während des Lockdowns - nur teilweise anfielen, z.B. für Verkehr (39,01 Euro) und für Freizeit, Unterhaltung und Kultur (42,44 Euro).

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 17.05.2021
Quelle: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, ra-online (pm/ab)

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Dokument-Nr.: 30264 Dokument-Nr. 30264

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Kommentare (3)

 
 
Elisabeth Schwabe schrieb am 18.05.2021

10 Masken reichen nicht einmal für die notwendigen Arzttermine und für den elementarsten Einkauf.

Elisabeth Schwabe schrieb am 18.05.2021

Auf jeder Maske steht schwarz auf weiß: Einmalnutzung! Wie kann ein Mensch dann mit 10 Masken im Monat auskommen. Die reichen ja nich teinmal für Arztbesuche und Brot einkaufen.

Mich hätte interessiert... antwortete am 18.05.2021

... wieso im "Lockdown" - einen solchen gab es übrigens in Deutschland nie - plötzlich Ausgaben bei Verkehr sowie "Freizeit und Kultur" eingespart werden können: Hatte man die öffentlichen Verkehrsmittel lahmgelegt? Die Straßen alle gesperrt? Musste man nicht mehr einkaufen / essen? Verzichteten die Telekommunikationsanbieter oder Versicherungen auf Rechnungsstellung? Und steigen nicht eher die Ausgaben, wenn man zu Hause ein Streamingabo nach dem anderen benötigt um nicht durchzudrehen? Solche Urteile machen eigentlich nur klar, wie korrupt die Justiz mittlerweile ist.

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