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Landgericht Waldshut-Tiengen, Urteil vom 20.12.2018
1 O 73/12 -

Bayer Vital GmbH haftet nicht für mögliche Gesundheitsschäden durch Verhütungsmittels "Yasminelle"

Lungenembolie und Kreislauf­zusammen­bruch mit Herzstillstand nicht zweifelsfrei auf Einnahme des Verhütungsmittels zurückzuführen

Das Landgericht Waldshut-Tiengen hat Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen möglicher Gesundheitsschäden durch die Einnahme des Verhütungsmittels "Yasminelle" abgewiesen, da für die erlittene Lungenembolie sowie einen Kreislauf­zusammen­bruch mit Herzstillstand auch eine erfolgte Lang­strecken­flug­reise als alternative Ursache in Betracht kam.

Die Klägerin des zugrunde liegenden Falls erlitt im Juli 2009 eine beidseitige Lungenembolie sowie einen Kreislaufzusammenbruch mit Herzstillstand und machte dafür das von der Beklagten in Verkehr gebrachte Verhüttungsmittel "Yasminelle" mit dem Wirkstoff Drospirenon verantwortlich, mit dessen Einnahme sie auf ärztliche Verordnung im Oktober 2008 begonnen hatte. Erste Beschwerden - wie etwa schnelle Erschöpfung und teilweise Atemnot - traten bereits Ende März 2009 auf, kurz nachdem die Klägerin von einer dreiwöchigen Thailandflugreise zurückgekehrt war.

LG verneint Haftung der Beklagten für Gesundheitsschäden

Das Landgericht Waldshut-Tiengen lehnte eine Haftung der Beklagten für die Gesundheitsschäden der Klägerin ab. Jede der in Betracht gezogenen Anspruchsgrundlagen (§ 84 AMG, § 823 BGB) setze voraus, dass die Gesundheitsschäden zumindest auch durch die Einnahme der Pille "Yasminelle" verursacht worden seien. Der Beweis dieser Ursächlichkeit, den die Klägerin führen müsse, sei nicht gelungen. Dem Gericht verblieben Zweifel, weil mit der Langstreckenflugreise, die die Klägerin in zeitlicher Nähe zu den ersten Beschwerden unternommen hatte, eine alternative Ursache im Raum gestanden habe, die gleichermaßen mit dem Risiko einer Thrombose behaftet sei, wie die Einnahme des Arzneimittels "Yasminelle". Überdies könne auch die Venenanomaliein Form einer doppelten unteren Hohlvene, die der Klägerin angeboren sei, gerade in Verbindung mit der Flugreise zu den Thromben in beiden Lungenflügeln geführt haben und zwar unabhängig von der Einnahme der Pille.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 21.12.2018
Quelle: Landgericht Waldshut-Tiengen/ra-online

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Dokument-Nr.: 26858 Dokument-Nr. 26858

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Kommentare (1)

 
 
agender schrieb am 27.12.2018

Juristen hätten in der Biologiestunde aufpassen sollen!

Hoffe natürlich, dass heutzutage der Biologie-("Sexualkunde")-Unterricht korrekt ist - alle genannten Diagnosen bzw physiologischen Varianten führen NICHT per se zu Krankheit und Tod. Das geschieht nur, wenn die jungen Frauen SCHWANGER werden - und dann etwa 100 mal mehr als die, die auf irgendeine "Pille" - a.k.a. Verhütungsmittel - so reagieren.

Schwangerschaften sind riskant, und kein 218 und keine Religionspropaganda kann das ändern.

Diverse Verhütungsmittel reduzieren das jeweilige individuelle Risiko - aber die Werbung der Konzerne sagt nichts davon, und ermöglichen keine Risikoabschätzung. Da wäre der Ansatzpunkt, für den ein Konzern verantwortlich ist, und bei krasser Beschönigung, wie hier, auch ZAHLEN sollte.

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