wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 24. November 2020

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern5/0/5(1)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht München I, Beschluss vom 30.10.2018
6 S 8944/18 -

Reisenden steht nach Kündigung der Pauschalreise wegen Vulkanausbruchs Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises zu

Kündigung wegen höherer Gewalt

Kommt es am Urlaubsort zu einem großen Vulkanausbruch, ist die Kündigung des Reisevertrags wegen höherer Gewalt möglich. In diesem Fall muss der Reiseveranstalter den Reisepreis vollständig zurückerstatten. Dies hat das Landgericht München I entschieden.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Ein Ehepaar hatte für sich eine Pauschalreise nach Costa Rica im März 2015 gebucht. Zwei Tage vor Reisebeginn kam es joch zu einem großen Vulkanausbruch in der Urlaubsregion. Mit der Begründung, dass die Ehefrau gerade eine Bronchialerkrankung auskuriert habe, kündigte das Paar den Reisevertrag und stützten sich dabei auf höhere Gewalt. Das Ehepaar verlangte nunmehr von der Reiseveranstalterin die Rückzahlung des gezahlten Reisepreises in Höhe von fast 5.000 Euro. Da diese dem nicht vollständig nachkam, erhob das Ehepaar Klage.

Amtsgericht gibt Klage statt

Das Amtsgericht München gab der Klage statt. Seiner Auffassung nach handele es sich bei dem Vulkanausbruch um einen Fall von unvorhersehbarer höherer Gewalt. Es sei zu beachten, dass durch ein Vulkanausbruch die Sichtverhältnisse beeinträchtigt werden, sich wegen der Asche auf dem Asphalt schwierige Straßenverhältnisse ergeben, Gesundheitsprobleme wegen des Einatmens feiner vulkanischer Asche sowie vulkanischer Gase sowie Augenreizungen eintreten können und Flughäfen aufgrund der Konzentration der Vulkanasche in der Atmosphäre gesperrt werden können. Gegen diese Entscheidung legte die Reiseveranstalterin Berufung ein.

Landgericht bejaht ebenfalls Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises

Das Landgericht München I bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts und wies daher die Berufung der Reiseveranstalterin zurück. Die Kläger haben wegen des Vulkanausbruchs den Reisevertrag wegen höherer Gewalt kündigen dürfen. Aufgrund dessen sei die Reiseveranstalterin zur Rückzahlung des vollständigen Reisepreises verpflichtet. Schon allein wegen der möglichen weiteren Ausbrüche sei eine Kündigung angezeigt gewesen. Folgeausbrüche seien zwar nach Ausführungen des Sachverständigen nicht sicher vorhersehbar, jedoch auch nicht auszuschließen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 30.01.2020
Quelle: Landgericht München I, ra-online (vt/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Reiserecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Reiserecht aktuell (RRa)
Jahrgang: 2019, Seite: 277
RRa 2019, 277

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 28368 Dokument-Nr. 28368

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss28368

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (2)

 
 
Klarspüler schrieb am 30.01.2020

Müsste nicht die Kirche als Vertreter Gottes auf Erden für die Schäden in Sachen „höherer Gewalt“ aufkommen?

Dennis Langer antwortete am 24.05.2020

Wieso sollte Gott für "höhere Gewalt" verantwortlich sein, zumal gerade für Naturkatastrophen der jüngeren Zeit immer häufiger der Mensch selbst als langfristiger Verursacher ausfindig gemacht werden kann!

Werbung

Drucken



Werbung