wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Montag, 9. Dezember 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht München I, Urteil vom 06.03.2008
7 O 686/05 -

Hautirritationen können bei Models einen Mangel darstellen

Vier kleine Knubbelchen und andere Irritationen - Des Menschen Makel vor Gericht

Wenn ein Juwelier ein Fotomodel engagiert, können Hautirritationen einen Mangel darstellen. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts München I hervor. Im zugrunde liegenden Fall hatte die Werbeagentur den Juwelier allerdings über die Hautveränderungen in Kenntnis gesetzt, so dass dieser keine Ansprüche hieraus herleiten konnte.

Dröhngeräusche im Neuwagen, Kakerlaken im Hotelzimmer, Gammelfleisch im Supermarkt und Schrottimmobilien von der Bank: "Mängel" sind das täglich Brot der Zivilgerichte. Auch ein Urteil der 7. Zivilkammer des Landgerichts München I befasst sich mit Mängeln. Bemerkenswert daran: Es geht um die Mangelhaftigkeit von Menschen und nicht - wie üblich - einer Sache.

Sachverhalt

Ein Juwelier wollte einen Schmuckkatalog auflegen und hatte deshalb bei einer Agentur zwei Fotomodelle für jeweils drei Tage gebucht. Die Auftritte der beiden Damen währten indes nur kurz: Erst beschwerte sich der Juwelier über die unreine Haut des einen, dann über die mangelnde Professionalität des anderen Modells.

Beklagter: Gesichtshaut des Fotomodells war unrein

Die Gesichtshaut des Fotomodells - so ließ der Juwelier das Gericht wissen - sei derart unrein und teilweise entzündet gewesen, dass die Stylistin sowie die Make-Up-Spezialistin nur unter großem zusätzlichem Zeit- und Arbeitsaufwand einen nicht optimalen Fotografier-Zustand herstellen konnten. Daher sei trotz mehrstündigen Versuchen und erheblicher Mehrarbeit nur ein verwertbares Foto gelungen.

Beklagter: Unprofessionelles Auftreten des zweiten Models - Haare zu fein

Wegen des "völlig unprofessionellen" Auftretens des anderen Modells habe sich der Fotograf geweigert, weiterzuarbeiten; außerdem habe dieses Modell "zu feine Haare" gehabt. Der Juwelier beendete deshalb das Engagement und blieb die vereinbarte Gage weitgehend schuldig.

Modellagentur klagt Gage ein

Die Modellagentur klagte daraufhin die Restforderung in Höhe von über € 11.000 ein. Das Gericht gab der Klage in vollem Umfang statt.

Gericht: Kurzfristig aufgetretene Hautirritationen sind ein Mangel, aber der Beklagte kannte diesen

Zwar erkannte das Gericht in den kurzfristig aufgetretenen Hautirritationen (vier kleine rote Knubbelchen) im Gesicht des Fotomodells eine negative Abweichung von dem, was der Kunde habe erwarten dürfen. Dem beklagten Juwelier - so stellte das Gericht fest - war das aber bekannt, denn die Agentur hatte den Juwelier unmittelbar vor dem Foto-Shooting durch Vorlage von Fotos über die Hautirritationen informiert, ohne dass der Juwelier hierauf reagierte. Außerdem waren bei den Foto-Aufnahmen nicht nur verwertbare und nach dem Urteil des Gerichts sogar hervorragende Bilder des Fotomodells entstanden - vier dieser Aufnahmen fanden sogar Eingang in den Katalog des Juweliers. Auch die Schminkzeit - so fand das Gericht durch die Anhörung von Zeugen heraus - hatte sich durch die Hautirritationen nur unmaßgeblich verlängert.

Zuletzt konnte der Juwelier auch die angeblich fehlende Professionalität des zweiten Fotomodells nicht nachweisen: Der dafür aufgebotene Fotograf konnte dergleichen nicht bestätigen. Und was das "zu feine Haar" angeht stellte das Gericht fest, dass nach den übereinstimmenden Aussagen aller Zeugen nicht einmal versucht worden war, die von dem Fotomodell mitgebrachten Haarteile in die Frisur einzuarbeiten - obwohl damit hervorragende Ergebnisse hätten erzielt werden können.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 14.07.2008
Quelle: ra-online, Pressemitteilung des LG München I vom 14.07.2008

Aktuelle Urteile aus dem Dienstvertragsrecht | Vertragsrecht | Werkvertragsrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Fotomodel | Haare | Hautirritationen | Mangel | Mängel | Defekt

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 6358 Dokument-Nr. 6358

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil6358

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung