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Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss vom 16.06.2019
L 11 AS 190/19 B -

Hausverbot nach Gewalt gegen Jobcenter-Mitarbeiter rechtfertigt

Aggressiv gewalttätiges Verhalten im Jobcenter stellt nachhaltige Störung des Dienstbetriebs und strafbare Handlung dar

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen hat entschieden, dass aggressiv gewalttätiges Verhalten im Jobcenter ein Hausverbot nach sich ziehen kann. Mit der Entscheidung hat das Gericht die Grenze zwischen schwierigen Besuchern und Störern präzisiert.

Im zugrunde liegenden Streitfall klagte ein 56-jähriger Wendländer, der im Jobcenter Lüchow eine Heizkostenbeihilfe beantragen wollte. Im Laufe des Gesprächs kam es zu einem Disput, bei dem der Mann in Wut geriet, das Telefon des Sachbearbeiters in seine Richtung warf und seinen Schreibtisch verrückte.

Jobcenter verhängt Hausverbot

Das Jobcenter verhängte daraufhin ein 14-monatiges Hausverbot, da der Mann mit seinem ungebührlichen, handgreiflichen Verhalten den Hausfrieden gestört habe und weitere Störungen zu befürchten seien. Zukünftige Anträge könnten schriftlich oder telefonisch gestellt werden. Demgegenüber bestand der Mann darauf, seine Anliegen ungehindert vortragen zu können. Er meinte, sein Verhalten sei nicht als nachhaltige Störung zu bewerten. Das Jobcenter wolle an ihm ein Exempel statuieren, da er sich schon mehrfach beschwert habe.

Künftige Kontaktaufnahme postalisch, telefonisch oder per E-Mail zumutbar

Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen bestätigte das Hausverbot im Eilverfahren vorläufig. Das Verhalten des Mannes sei eine nachhaltige Störung des Dienstbetriebs. Es handele sich nicht mehr nur um eine deutliche Grenzüberschreitung, sondern um eine strafbare Handlung, die schon nach ihrem Wesensgehalt ein aggressives und bedrohliches Verhalten beinhalte. Damit werde mehr als deutlich die Grenze zu einem "schwierigen Besucher" überschritten. Schon drei Jahre zuvor sei der Mann durch Drohungen im Jobcenter in Erscheinung getreten. Selbst wenn sein damaliges Verhalten zwar bedrohlich, aber noch nicht strafbar gewesen sein mag, reiche dies für ein Hausverbot dennoch aus. Denn prognostisch sei schon aufgrund des letzten Vorfalls mit weiteren Störungen zu rechnen. Dem Mann könne auch zugemutet werden, mit dem Jobcenter postalisch, telefonisch oder per E-Mail zu verkehren ohne die Diensträume zu betreten.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 26.08.2019
Quelle: Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen/ra-online (pm/kg)

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Kommentare (5)

 
 
Mitleser schrieb am 28.08.2019

Die unten stehenden Kommentare sind furchtbar witzig. Erinnert mich irgendwie an den Film Dumm und Dümmer.

Klarspüler schrieb am 26.08.2019

Wenn selbstherrliche Götterboten in Erwartung wohltuendem Tätscheln des hohlen Hauptes ihre Giftblitze auf die vermeintlich niederträchtigen Kundenmaden schleudern sollten diese sich nicht wundern, wenn das telefonische Wunschkonzert an Ort und Stelle persönlich vorgetragen wird.

Klarspüler antwortete am 27.08.2019

Verdammt, da hatte ich vorm Kommentieren wohl wieder mein Hirn nicht angeschaltet.

Klarspüler antwortete am 27.08.2019

Sie sind wirklich bemitleidenswert. Statt eigener Gedanken zum Thema äußern Sie sich ständig zum „Hirn“ anderer. Ich hoffe, Sie erhalten eines Tages jene professionelle Hilfe, welche ihnen offenkundig zuteilen werden müsste.

Klarspüler antwortete am 27.08.2019

Note to myself: Interessantte Selbstgespräche bedingen einen intelligenten Partner! Daher, aufhören!

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