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Landgericht Mainz, Urteil vom 22.06.1994
6 S 87/94 -

Hundebellen nachts und mittags: Ortsübliches Hundegebell muss in den Ruhezeiten nicht geduldet werden

Hundehalter muss in der Nacht und zur Mittagszeit Hundebellen unterbinden

Wer in ländlichem Gebiet wohnt, wo die Hundehaltung ortsüblich ist, der muss Geräuschimmissionen durch die Tiere hinnehmen. Eine Ausnahme gilt lediglich für die Ruhezeiten zwischen 22.00 und 7.00 Uhr und zwischen 13.00 und 15.00 Uhr. Dies geht aus einem Urteil des Landgerichts Mainz hervor.

Das Landgericht Mainz verurteilte die Beklagten, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von ihrem Grundstück vor 7.00 Uhr morgens und zwischen 13.00 und 15.00 Uhr und nach 22.00 Uhr keine Geräuschimmissionen durch Hundegebell auf das Grundstück des Klägers einwirken.

Hundegebell kann nur bei wesentlicher Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstücks unterbunden werden

Gemäß § 906 BGB könne der Kläger Geräuscheinwirkungen vom Nachbargrundstück durch das Hundegebell nur dann verbieten, wenn er hierdurch in der Benutzung seines Grundstücks wesentlich beeinträchtigt werde. Dabei sei nicht auf die besondere Empfindlichkeit oder Belastbarkeit des betroffenen Nachbarn ab zustellen, sondern auf das mutmaßliche Empfinden eines Durchschnittsbewohners des von der Immission betroffenen Gebietes.

Wenn Bellverhalten das ortsübliche Maß bei weitem übersteigt, ist Anspruch auf Unterlassung gegeben

Die Hundehaltung sei in der ländlichen Umgebung, in der sich das Anwesen des Klägers befinde, auch als ortsüblich anzusehen. Hundehaltung sei aber bereits im Grundsatz mit Geräuschen verbunden, so dass ein gewisses Maß an Geräuschbelästigung in Kauf genommen werden müsse. Hierbei sei den Hunden auch die Möglichkeit zu eröffnen, sich tagsüber im Freien aufzuhalten. Nur insoweit das Bellverhalten der Hunde das ortsübliche Maß bei weitem übersteige, sei ein Anspruch auf Unterlassung gegeben. Es wäre bekannt, dass Hunde besonders bei Reizung durch Fremde, die sich dem Grundstück nähern, längere Zeit laut bellen würden. Ein derartiges Verhalten liege jedoch in der Natur der Tiere und komme auch bei anderen Hunden vor. Somit sei Hundegebell als ortsüblich anzusehen.

Einhaltung der Ruhezeiten bedeutet keine unzumutbare Einschränkung für Hundehalter

Wenn die Beklagten zur Nachtzeit und zur Zeit der Mittagsruhe die Hunde im Haus halten müssten, damit der Kläger durch das Gebell nicht gestört werde, so enthalte dies keine unzumutbare Einschränkung. Weitere Einschränkungen der Hundehaltung halte die Kammer jedoch weder für erforderlich noch für praktikabel.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 11.07.2012
Quelle: ra-online, Landgericht Mainz (vt/st)

Vorinstanz:
  • Amtsgericht Bingen, Urteil vom 25.02.1994
    [Aktenzeichen: 2 C 563/93]

Fundierte Fachartikel zum diesem Thema beim Deutschen Anwaltsregister:

Aktuelle Urteile aus dem Nachbarrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Deutsche Wohnungswirtschaft (DWW)
Jahrgang: 1996, Seite: 50
DWW 1996, 50

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 13412 Dokument-Nr. 13412

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