wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Donnerstag, 21. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Berlin, Urteil vom 24.06.2005

Hohe Freiheitsstrafe gegen Vater wegen Kindesentziehung - 50.000 Euro Schmerzensgeld für die Mutter

Das Landgericht Berlin hat einen aus Ägypten stammenden Vater wegen Entziehung Minderjähriger zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Damit blieb das Gericht nur sechs Monate unter der Höchststrafe.

Der Angeklagte war am 2. Februar 2004 im Sozialamt Bonn festgenommen worden und befindet sich seit dem in Untersuchungshaft. Das Gericht hat gleichzeitig mit dem Urteil die Haftfortdauer angeordnet.

Der 41jährige Mahmoud E.-A. nahm am 28. Dezember 2000 auf dem U-Bahnhof Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg seine damals 5jährige Tochter und seinen 2jährigen Sohn im Empfang. Die Kinder sollten nach Absprache mit der allein sorgeberechtigten Mutter Hellen S. für zwei Tage bei dem Vater bleiben. Dieser hatte nach der Trennung von Hellen S. ein Umgangsrecht mit den Kindern erhalten. Unter Missachtung der Vereinbarung mit der Mutter schickte der Angeklagte die Kinder mithilfe unbekannt gebliebener Helfer nach Ägypten, um sie dort unterzubringen und der Mutter auf Dauer zu entziehen. Er selbst flog am 29. Dezember 2000 ebenfalls in sein Heimatland. Seit dem ist der Aufenthaltsort der Kinder unbekannt, „die Suche blieb bis heute erfolglos“, so die Vorsitzende Richterin Margarete Koppers in ihrer Urteilsbegründung.

Der Angeklagte hatte die Tat zunächst bestritten und erst nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt, den Aufenthaltsort der Kinder jedoch weiterhin verschwiegen. Als Motiv für die Tat sieht das Gericht gekränktes Ehrgefühl. Der Angeklagte sei – zu Unrecht – davon ausgegangen, die Mutter der Kinder lebe in einer neuen Beziehung. Aus diesem gekränkten Ehrgefühl heraus habe er sogar Zeugen aus seinem Umfeld während des Prozesses in Falschaussagen getrieben.

Zur Strafhöhe sagte die Vorsitzende Richterin, die Kammer sei nur deshalb unter der Höchststrafe von fünf Jahren geblieben, weil der Angeklagte bisher unbestraft sei, lange Zeit Untersuchungshaft verbüßt, ein – wenn auch spätes – Geständnis abgelegt und zumindest telefonisch versucht habe, Kontakt zu den Kindern herzustellen. Im Übrigen seien jedoch die schwersten psychischen, physischen und finanziellen Belastungen der als Nebenklägerin im Prozess vertretenen Mutter zu werten. Der Angeklagte habe aus rein egoistischen Motiven gehandelt und anderen „unendliches Leid“ zugefügt. Einen eine höhere Strafe ermöglichenden Tatbestand sah das Gericht als nicht gegeben an, da in diesem Fall sicher hätte festgestellt werden müssen, dass es den Kindern dauerhaft seelisch schlecht ergeht. Da die Kinder jedoch nicht gefunden werden konnten, war dies nicht möglich.

Das Gericht hat der Mutter im Wege des zivilrechtlichen Adhäsionsverfahrens als Schmerzensgeld 50.000 Euro zugesprochen, die der Angeklagte zahlen soll. Die Vorsitzende betonte ausdrücklich, dass es sich dabei allerdings nur um einen symbolischen Betrag handeln könne.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann von dem Angeklagten und der Staatsanwaltschaft binnen einer Woche mit dem Rechtsmittel der Revision angefochten werden.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 27.06.2005
Quelle: Bericht der ra-online Redaktion, Pressemitteilung Nr. 32/2005 des Kammergerichts vom 24.06.2005

Aktuelle Urteile aus dem Strafrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 628 Dokument-Nr. 628

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil628

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung