wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 24. November 2020

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht München, Urteil vom 24.04.2002
7 U 4714/01 -

Crash auf der Skipiste - Skifahrer prallt gegen Motorschlitten

Keine "heimtückischen Objekte" auf der Skipiste

Ein Motorschlitten stellt eine "'atypische Gefahr" auf der Skipiste dar und darf dort daher nur mit erhöhter Vorsicht und unter angemessenen Sicherungsmaßnahmen gefahren werden. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München hervor.

Der Fall spielte sich auf einer bayerischen Skipiste ab, die für den allgemeinen Skibetrieb freigegeben war. Ein 12-jähriger Junge befuhr gerade die Piste, als er von einem Motorschlitten eines Skiliftbetreibers erfasst wurde. Der Motorschlitten fuhr hinter einer Hangkante, die der Junge nicht einsehen konnte, so dass er nicht sah, wie der Schlitten sich näherte. Der Schlitten verfügte weder über eine Hupe noch über Lichtsignale. Bei dem Unfall erlitt der Junge schwere Verletzungen.

Der Junge verklagte den Fahrer. Das Oberlandesgericht München sprach dem Jungen Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Mark zu.

Die Richter führten aus, dass ein Skifahrer auf einer Skipiste darauf vertrauen dürfe, vor "heimtückischen Objekten" und "atypischen Gefahren" geschützt zu sein. Indem der Motorschlittenfahrer in den für den Skibetrieb freigegebenen Hang hinfuhr, habe er eine atypische Gefahr geschaffen. Der Fahrer des Schlittens hätte auch Sicherungsmaßnahmen treffen müssen. Z.B. hätte er die Piste im Bereich der Hangkante absichern können oder aber den Berg an einer besser einsehbaren Stelle hinauffahren können. Außerdem hätte der Schlitten auch über akustische und optische Warnsignale verfügen müssen. Schließlich sei es motorisierten Schneefahrzeugen in Bayern untersagt, für Versorgungsfahrten Skiabfahrten und Skiwanderwege zu benutzen. Nur in Ausnahmefällen und bei guten Sichtverhältnissen sowie in Zeiten mit wenig Skibetrieb sei das Fahren erlaubt.

Aber auch den Jungen treffe ein Verschulden. Nach den FIS-Regeln habe sich jeder Skifahrer so zu verhalten, dass er niemanden gefährde oder schädige. Insbesondere müsse auf Sicht gefahren werden und die Geschwindigkeit und Fahrweise dem Können angepasst werden (LG Nürnberg-Fürth, Urt. v. 25.10.1994). Daher habe sich der Junge hier ein Mitverschulden anrechnen zu lassen. Jedoch überwiege im Fall die durch den Fahrer des Motorschlittens geschaffene Gefahr deutlich, so dass der Fahrer des Schlittens 2/3 des Schadens zu tragen habe und der Junge 1/3.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 22.01.2007
Quelle: ra-online

Aktuelle Urteile aus dem Reiserecht | Schadensersatzrecht | Sportrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: FIS-Regel | FIS-Regeln | Mitverschulden | Mitschuld | Mithaftung | Mitverursachung | Skiunfall

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 3598 Dokument-Nr. 3598

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil3598

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken



Werbung