wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Sonntag, 17. Dezember 2017

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern4.6/0/5(5)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 13.07.2016
15 Ca 1744/16 -

"Negerkuss" bei Kantinen­mitarbeiterin aus Kamerun bestellt - Fristlose Kündigung unverhältnismäßig

Kündigung ohne vorherige Abmahnung nicht gerechtfertigt

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers, der bei einer aus Kamerun stammenden Kantinen­mitarbeiterin einen "Negerkuss" bestellt hatte, wegen fehlender vorheriger Abmahnung unverhältnismäßig ist.

Im zugrunde liegenden Verfahren hatte ein Mitarbeiter des Reiseveranstalters Thomas Cook AG im Februar 2016 in der Kantine gegenüber einer aus Kamerun gebürtigen Kantinenmitarbeiterin einen Schokokuss als "Negerkuss" bestellt. Nach Anhörung des Betriebsrats sprach die Arbeitgeberin aufgrund des Vorfalls die fristlose und hilfsweise ordentliche Kündigung des Mitarbeiters aus. Eine vorherige Abmahnung erfolgte nicht. Gegen die Kündigung erhob der Mitarbeiter Kündigungsschutzklage. Er führte an, den Begriff "Negerkuss" und "Mohrenkopf" wertfrei als Produktbezeichnung bei jeder Bestellung und damit nicht nur gegenüber der aus Kamerun stammenden Kantinenmitarbeiterin zu verwenden. Eine Beleidigung sei von ihm nicht beabsichtigt gewesen

Arbeitsgericht gibt Kündigungsklage statt

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main gab der Kündigungsschutzklage statt und entschied, dass der Arbeitgeber wegen des Begriffs "Negerkuss" keine Kündigung aussprechen dürfe. Jedoch stellte es klar, dass die Äußerung des Mitarbeiters als rassistisch zu werten sei und grundsätzlich eine fristlose als auch verhaltensbedingte ordentliche Kündigung rechtfertige. Sie sei im vorliegenden Fall aber angesichts der fehlenden Abmahnung unverhältnismäßig gewesen.

Unverhältnismäßigkeit der Kündigung aufgrund fehlender Abmahnung

Da das Arbeitsverhältnis mehr als zehn Jahre beanstandungsfrei bestanden habe und die Pflichtverletzung als nicht schwerwiegend zu werten gewesen sei, so das Arbeitsgericht, sei ohne vorherige Abmahnung weder eine außerordentliche fristlose, noch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt gewesen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 19.09.2017
Quelle: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, ra-online (vt/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Arbeitsrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 22936 Dokument-Nr. 22936

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil22936

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4.6 (max. 5)  -  5 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (10)

 
 
Peter Kroll schrieb am 23.09.2017

Das beim Verwenden volksüblicher Bezeichnungen ein Gericht in Erscheinung treten muß, finde ich entartet.

Volker Grube schrieb am 20.09.2017

Dann muss man auch aufpassen, bei wem man im Restaurant ein Zigeunerschnitzel bestellt.

Volker Grube schrieb am 20.09.2017

Dann muss man auch aufpassen, bei wem man im Restaurant ein Zigeunerschnitzel bestellt.

Nicolaus Dinter schrieb am 19.09.2017

Dann dürfte ich ja auch nicht mehr schwarzer oder weißer Schaumkuss sagen, weil schwarz und weiß Rassistisch sind....Es sind Produkte, da ist eine Personifizierung etwas eigenartig. Wenn ich jedes Produkt unter der Lupe betrachte, dann wäre die Frage:

"Wenn Oliven Oel aus Oliven besteht, woraus besteht dann Babyoel???" Also müsste der Gesetzgeber den Begriff Babyoel ja auch als Rassistisch nennen....Wollen wir so weiter machen???

Äh Alter, dicker, wären dann ja auch Beleidigungen??? Also wären Jugendiche ja per se kriminell???....

Norbert schrieb am 01.08.2016

Wie ich sind auch viele mit dem Beriff NEEGERKUSS als Leckerei groß geworden. Bis heute ist es mir unverständlich daß dieses ein Unwort sein soll. Ich bestelle weiterhin Negerküsse und werde nicht schief angesehen - wäre aber echt komisch wenn mit eine Farbige einen aufdrückt...

paul schrieb am 28.07.2016

wenn ich Laden nach einem Pariser frage, staat Kondom, bekomme ich doch auch keinen Franzosen, sondern eine Lümmeltüte.

Michael schrieb am 25.07.2016

Der Sachverhalt ist leider sehr kurz gehalten. Ich kann mir vorstellen, dass der Mitarbeiter sich einen "Spass" erlaubt habt. Eine Abmahnung finde ich in einem solchen Fall ausreichend. Dennoch ist eine solche Wortwahl beleidigend.Und nur weil es derzeit "richtige" Probleme gibt, heisst das nicht das man die "kleinen" unter den Teppich kehren sollte.

werner schrieb am 25.07.2016

Das wird im Moment alles überzogen, mit dem schwarzen piet aus holland fing es an .. dann der Negerkuss.. was kommt als nächstes... wir müßen wieder auf den boden der tatsachen kommen, probleme... richtige probleme gibt es hier genug.. nicht päpstlicher als der papst sein. lassen wir die die kirche im dorf !!

Norbert antwortete am 01.08.2016

Verbot von FRANKFURTER, BERLINER, WIENER - wegen Kanibalismuß??? Hey Gesetzgeber - es reicht!

werner schrieb am 25.07.2016

Das wird im Moment alles überzogen, mit dem schwarzen piet aus holland fing es an .. dann der Negerkuss.. was kommt als nächstes... wir müßen wieder auf den boden der tatsachen kommen, probleme... richtige probleme gibt es hier genug.. nicht päpstlicher als der papst sein. lassen wir die die kirche im dorf !!

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Werbung