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Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 23.09.2014
1 Vollz(Ws) 378/14 -

Besitz oder Konsum von Haschisch bei einem Sicherungs­ver­wahrten kann mit Disziplinarmaßnahme geahndet werden

Haschischkonsum bei Strafgefangenen stellt grundsätzlich schwere Verfehlung im Sinne des Straf­vollzugs­gesetzes dar

Besitz oder Konsum von Haschisch stellen bei einem Sicherungs­ver­wahrten ebenso wie bei einem Strafgefangenen eine schwere Verfehlung dar, die mit einer Disziplinarmaßnahme geahndet werden kann. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm und bestätigte insoweit die erstinstanzliche Entscheidung der Straf­voll­streckungs­kammer des Landgerichts Arnsberg.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der 43 Jahre alte Untergebrachte befindet sich in der Sicherungsverwahrung in einer nordrhein-westfälischen Justizvollzugsanstalt. Bei einer im Dezember 2013 durchgeführten Personenkontrolle händigte der Untergebrachte eine Zigarettenschachtel mit einer Substanz aus, bei der es sich nach seinen Angaben um "Gras" - gemeint war Haschisch - handelte. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt verhängte gegen den Untergebrachten im Januar 2014 wegen dieses Vorfalls einen Arrest von zwei Tagen, der für drei Monate zu Bewährung ausgesetzt wurde. Nachdem der Untergebrachte im März 2014 eine zwecks Nachweises der Drogenabstinenz angeordnete Urinkontrolle verweigerte, widerrief der Anstaltsleiter die Aussetzung des Arrestes zur Bewährung und ordnete dessen Vollzug an.

Angeordnete Maßnahme muss unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit noch einmal geprüft werden

Gegen diese Entscheidung wandte sich der Untergebrachte mit einem Antrag auf gerichtliche Entscheidung. Der Antrag hatte vor der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Arnsberg vorläufig Erfolg. Die Strafvollstreckungskammer bestätigte die Verfehlung des Untergebrachten, verpflichtete den Anstaltsleiter aber dazu, die angeordnete Maßnahme unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit noch einmal zu überprüfen, weil der Betroffene den Besitz der Drogen offen gelegt und eingeräumt habe und zudem insoweit nicht vorbelastet gewesen sei.

Besitz von Haschisch stellt nicht weniger schwerwiegenden Verstoß dar als der Konsum des Rauschmittels

Das Oberlandesgericht Hamm hat die Rechtsbeschwerde des Leiters der Justizvollzugsanstalt gegen diese Entscheidung nicht zugelassen. Rechtsbeschwerden bedürfen nach dem Gesetz der Zulassung, etwa zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung. Liegt kein Zulassungsgrund vor, kann das Rechtsbeschwerdegericht in der Sache nicht selbst entscheiden. Es gilt dann die angefochtene Entscheidung, auch wenn diese - wie hier möglicherweise - in der Sache falsch sein sollte. Einen Zulassungsgrund hat der Senat im vorliegenden Fall verneint. Es sei hinreichend geklärt, dass Haschischkonsum bei einem Strafgefangenen grundsätzlich eine schwere Verfehlung im Sinne des Strafvollzugsgesetzes darstelle. Insoweit könne nicht zweifelhaft sein, dass ein solches Verhalten eines Sicherungsverwahrten ebenfalls eine schwere Verfehlung im Sinne der gleich lautenden Bestimmung des Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen darstelle. Es bestehe auch kein Anlass, den Besitz von Haschisch als einen weniger schwerwiegenden Verstoß einzustufen als den Konsum des Rauschmittels.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 10.11.2014
Quelle: Oberlandesgericht Hamm/ra-online

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Dokument-Nr.: 19132 Dokument-Nr. 19132

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Kommentare (1)

 
 
klaus butzer schrieb am 20.11.2014

wen in einer gaststätte ständig mit drogen gehandelt wird,kann dem wirt die genehmigung zum betrieb entzogen werden.

also gehöhren alle haftanstalten in denen es drogen gibt ebenfalls geschlossen,und der anstaltsleiter vor gericht gestellt.

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