wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen


Werbung

kostenlose-Urteile.de
Sonntag, 29. Mai 2016

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 24.11.2004
2/2 O 307/04 -

Ein generelles Getränke-Mitnahme-Verbot im Sportstudio ist unwirksam

Zur Frage der Mitnahme von eigenen Getränken in Fitnessstudios

Geschäftsbedingungen von Fitnessstudios, die das Mitbringen von Getränken untersagen, sind unwirksam. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main entschieden. Allerdings kann das Studio die Mitnahme von Glasflaschen untersagen. Diese könnten zerbrechen und die Splitter zu Verletzungen führen.

Im zugrunde liegenden Fall hieß es in den allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Fitnessstudios unter Ziffer 6 u.a.: "Jeglicher Verzehr von Speisen und Getränken ist innerhalb des Studios, außer im Empfangsraum, nicht gestattet."

Klausel ist unwirksam

Das OLG entschied, dass die Klausel gemäß § 307 Abs. 1 BGB unwirksam sei, weil sie die Kunden unangemessen benachteilige.

Klausel berücksichtigt nicht die Belange der Kunden

Beurteilungsmaßstab sei die gesetzliche Regelung, wobei mangels spezieller Vorschriften für Verträge über die Fitnessstudionutzung von dem Grundsatz auszugehen sei, dass die Mitnahme von solchen Sachen erlaubt sei, führte das Gericht aus. Mit dem Verbot, Speisen und Getränke andernorts als im Empfangsraum zu konsumieren, würden unter Abweichung von der gesetzlichen Regelung die Interessen des Betreibers des Fitnessstudios einseitig betont, ohne die Belange des Kunden hinreichend zu berücksichtigen.

Interesse des Betreibers an Sicherheit und Sauberkeit

Allerdings seien die Interessen des Betreibers des Sportstudios an Sicherheit und Sauberkeit der einerseits gegenüber den Interessen des Nutzers der Sportstätte zweckentsprechender Nutzung der Anlage und damit an der Ausübung von Sport andererseits abzuwägen.

Glasbehälter könnten zerbrechen

Die Gefahren eines Verzehrs von Speisen und Getränken bestünden darin, dass eine Verschmutzung der Anlage und Sportgeräte drohe und dass z.B. durch das Zersplittern von Glasbehältern eine Verletzungsgefahr für die Nutzer der Anlage in Form von Sturzverletzungen oder Schnittwunden bestehe. Demgegenüber hätten bei der Ausübung von Ausdauersport auf in Fitnessstudios üblicherweise anzutreffenden Laufbändern die Nutzer schon aus gesundheitlichen Gründen ein Interesse daran, ihren durch diese Sportausübung gesteigerten Flüssigkeitsbedarf zu decken, führte das Gericht aus. Das Verbot, diesen Flüssigkeitsbedarf an anderen Orten als im Empfangsbereich zu decken, würde für solche Sportler die Notwendigkeit begründen, den Sport entweder ohne Deckung des notwendigen Flüssigkeitsbedarfes fortzusetzen oder die Sportausübung zu unterbrechen und zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfes jeweils den Empfangsraum aufzusuchen.

Gericht: Unzerbrechliche Behältnisse müssen erlaubt sein

Das Gericht stellte schließlich fest, dass ein uneingeschränktes Verbot des Verzehrs von Speisen und Getränken im Sportbereich unwirksam sei. Dem Nutzer müsse es zumindest erlaubt sein, Wasser aus unzerbrechlichen Behältnissen unmittelbar im Bereich der Sportausübung zu sich zu nehmen.

Werbung

der Leitsatz

§ 307 Abs. 1 BGB (rao)

Der Betreiber eines Sportstudios darf seinen Kunden nicht per se den Verzehr von Getränken im Sportbereich verbieten. Einem Sportstudionutzer muss es zumindest - schon aus gesundheitlichen Gründen - erlaubt sein, Wasser aus unzerbrechlichen Behältnissen zu konsumieren, weil bei der Sportausübung ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf besteht.

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 14.12.2006
Quelle: ra-online, Landgericht Frankfurt am Main (vt/pt)

Dokument-Nr.: 2908 Dokument-Nr. 2908

Aktuelle Urteile aus dem Sportrecht | Verbraucherrecht | Vertragsrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil2908

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Werbung