wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Freitag, 22. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 18.09.2012
9 U 162/11 -

Kein Anspruch auf Schadensersatz: Unaufgeklärter Reitunfall geht zu Lasten der verletzten Reiterin

Unberechenbares Verhalten eines Pferdes als Grund für Unfall muss bewiesen werden können

Eine mit einem Pferd verunfallte Reiterin hat keinen Schadens­ersatz­anspruch gegen die Tierhalterin, wenn sie nicht beweisen kann, dass der Unfall auf einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren Verhalten des Pferdes beruht. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm. 18.09.2012 entschieden

Die Klägerin des zugrunde liegenden Falls, eine Agrarwissenschaftlerin aus Rheda-Wiedenbrück mit langjähriger Reiterfahrung, verunfallte am 28. Dezember 2007 mit einem von der Beklagten aus Bielefeld auf einem Hof in Rheda-Wiedenbrück gehaltenen Pferd. Von diesem stürzte sie bei einem unbegleiteten Ausritt in einem Waldgebiet hinter dem Ortsteil Rheda. Sie erlitt schwere Verletzungen, u.a. am Kopf, und ein Unfalltrauma, so dass sie über keine konkrete eigene Erinnerung an das Unfallgeschehen verfügt. Sie hat behauptet, im Unfall habe sich eine typische Tiergefahr verwirklicht, weil das Pferd unerwartet gescheut und unkontrolliert durchgegangen sei. Zum Sturz sei es gekommen, weil das Tier ins Unterholz durchgebrochen sei, wodurch sei mit einem Ast kollidiert und vom Pferd gefallen sei. Von der Beklagten als Tierhalterin verlangte sie Schadensersatz, u.a. ein Schmerzendgeld in der Größenordnung von 40.000 Euro und den Ausgleich einer monatlichen Erwerbsminderung von ca. 3.400 Euro.

Nicht jeder Sturz eines Reiters kann auf tierisches Verhalten zurückgeführt werden

Die Schadensersatzklage der Klägerin blieb jedoch erfolglos. Das Oberlandesgericht Hamm hat die Voraussetzungen einer Tierhalterhaftung der Beklagten gemäß § 833 BGB nicht feststellen können. Die Klägerin habe nicht beweisen können, dass der Unfall auf ein der tierischen Natur entsprechendes unberechenbares Verhalten des Pferdes zurückzuführen sei. Nicht jeder Sturz eines Reiters sei auf ein tierisches Verhalten zurückzuführen, einen Sturz könne auch der Reiter allein verursachen. Zeugen, die das Unfallgeschehen wahrgenommen hätten, gebe es nicht. Mit einem Sachverständigengutachten sei der Unfall mangels hinreichend bekannter Umstände zum Hergang nicht weiter aufzuklären. Auf aussagekräftige Indizien könne sich die Klägerin ebenfalls nicht stützen. Das Verletzungsbild der Klägerin lege nahe, dass sie mit einem Ast oder Baumstamm kollidiert sei, es besage aber nichts darüber, wie es dazu gekommen sei. Auf die Umstände des Sturzes könne man auch nicht aufgrund des von der Klägerin benutzten Reitweges, an dessen Rand sie verletzt aufgefunden worden sei, schließen. Die Klägerin könne dort unabhängig vom Verhalten des Pferdes an einen Ast oder Baum geraten oder von einem herabfallenden Ast getroffen worden sein.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 30.05.2013
Quelle: Oberlandesgericht Hamm/ra-online

Aktuelle Urteile aus dem Schadensersatzrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 15943 Dokument-Nr. 15943

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil15943

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung