die zehn aktuellsten Urteile, die zum „Landgericht Münster“ veröffentlicht wurden
Landgericht Münster, Urteil vom 30.12.2011
- 2 O 269/11 -
Unfreiwilliger Fallschirmsprung: Fallschirmspringschule und Pilot zu Schadensersatz verpflichtet
Höhe der Schadensersatzzahlung wird gesondert verhandelt
Ein Mann, der nur als Passagier an einem Fallschirmspringen teilnimmt und beim Landeanflug durch eine nicht abgeschaltete Automatik seines Sicherheitsfallschirms aus dem Flugzeug gesogen und bei der Landung schwer verletzt wird, hat Anspruch auf Schadensersatz. So haftet der Inhaber der Fallschirmspringschule aufgrund seiner Eigenschaft als Luftfrachtführer nach dem Luftverkehrsgesetz und der Pilot wegen Verletzung seiner Verkehrssicherungspflichten. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts Münster hervor.
In dem zugrunde liegenden Rechtsstreit hatte ein Mannes aus Rosendahl im Juli 2009 auf dem Flugplatz Stadtlohn-Wenningfeld an einem von der Fallschirmspringschule durchgeführten Flug teilgenommen. Dabei wollte er nicht selbst springen, sondern nur die Absprünge von oben verfolgen. Bei dem Flug trug er einen Fallschirm, der sich beim Landeanflug automatisch öffnete, so dass er aus dem Flugzeug gesogen wurde. Er landete auf einem Acker und verletzte sich schwer.Der Mann klagte daraufhin vor dem Landgericht Münster auf Schadensersatz. Das Gericht entschied, dass sowohl der Inhaber der Fallschirmspringschule als auch der Pilot der... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
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Landgericht Münster, Urteil vom 29.08.2002
- 8 S 210/02 -
Bespucken eines Polizisten kostet 250 Euro Schmerzensgeld
Keine Bagatelle
Ein Polizeibeamter, der bespuckt wird, kann Schmerzensgeld verlangen. Das Landgericht Münster hielt 250 Euro für angemessen.
Im zugrunde liegenden Fall hatte ein betrunkener Mann einem Polizisten ins Gesicht gespuckt.Das Landgericht Münster stellte fest, dass der Mann durch das Spucken eine Körperverletzung begangen habe.Weil der Polizist dem Gericht die Umstände des Vorfalls allerdings nicht näher vorgetragen hatte, hielt das Gericht einen Schmerzensgeldbetrag von 250 Euro... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
Landgericht Münster, Urteil vom 18.01.2011
- 6 S 93/10 -
1000-Euro-Handyrechnung: Mobilfunkfirmen müssen Kunden passenden Tarif anbieten
Mit dem Handy ins Internet: Kunde braucht Rechnung nicht bezahlen, weil er nicht über die Kosten aufgeklärt wurde
Jeder Handynutzer ist grundsätzlich selbst dafür verantwortlich, wie er sein Handy nutzt und welche Kosten er dadurch verursacht. Jedoch hat der Mobilfunkanbieter eine Aufklärungspflicht bei Abschluss des Handy-Vertrags, wenn er dem Kunden ein Smartphone in Kombination mit einer verbrauchsabhängigen Datenabrechnung anbietet. Dies entschied das Landgericht Münster, das einem Kunden in zweiter Instanz Recht gab. Dieser braucht seine teure Handyrechnung nicht zu bezahlen.
Geklagt hatte der Mobilfunkanbieter E-Plus, bei dem der Kunde den Tarif "Time & More All In 500" mit einer monatlichen Grundgebühr von 42,50 Euro gebucht hatte. Gleichzeitig hatte er ein Smartphone für monatlich 19 Euro bei E-Plus gemietet. Zusammen mit dem Handy wurde ein Navigationsprogramm zur Verfügung gestellt, das für aktualisiertes Kartenmaterial u.ä. Zugriff auf das Internet... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
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Landgericht Münster, Urteil vom 20.08.2009
- 15 O 141/09 -
Rotlichtverstoß: Einfahren in einen Kreuzungsbereich trotz roter Ampel stellt auch bei Sonnenblendung grob fahrlässiges Verhalten dar
Vollkaskoversicherung darf geltend gemachte Ansprüche um 50 % kürzen
Fährt ein Autofahrer bei Rotlicht in eine Kreuzung ein und verursacht dadurch einen Unfall, darf die Vollkaskoversicherung die geltend gemachten Ansprüche wegen grob fahrlässigen Verhaltens des Versicherungsnehmers um 50 % kürzen. Dies entschied das Landgericht Münster.
Im zugrunde liegenden Streitfall kam es zu einem Unfall zwischen dem Fahrzeug der späteren Klägerin und einem weiteren Fahrzeug an einer Ampelkreuzung. Am Auto der Klägerin entstand ein Schaden von mindestens 16.865,73 Euro und die Frau wurde vom Amtsgericht wegen Rotlichtverstoßes zur Zahlung einer Geldbuße verurteilt.Die Vollkaskoversicherung der Klägerin war indes... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
Landgericht Münster, Urteil vom 13.05.2009
- 01 S 8/09 -
Neue Brille nach Unfall: Kein "neu-für-alt" Abzug bei Schadensersatz für Brille nach Verkehrsunfall
Aus medizinischen Gründen ist Neuerwerb der Brille erforderlich - kein Gebrauchtmarkt für Brillen
Ein Autofahrer, dessen Brille bei einem Verkehrsunfall zerstört wird, hat Anspruch auf Schadensersatz für eine neue Brille. Die Berücksichtigung eines Wertgewinns der neuen Sache durch einen entsprechenden "neu für alt"-Abzug ist bei einer Brille nicht möglich. Dies entschied das Landgericht Münster.
Im zugrunde liegenden Streitfall wurde bei einem Autounfall die Brille des Klägers gänzlich zerstört. Für die Neuanschaffung einer neuen Brille in gleicher Qualität, Stärke und Ausführung zahlte der Kläger einen Betrag in Höhe von 722,45 Euro. Noch kurz vor dem streitgegenständlichen Unfall unterzog der Kläger sich einer augenärztlichen Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
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Landgericht Münster, Urteil vom 19.02.2004
- 8 S 425/03 -
Befreiung von mietvertraglich übernommener Pflicht zum Winterdienst bei gesundheitlichen Problemen möglich
Mieter konnte wegen Krankheit nicht mehr Schneeräumen
Mieter werden von der mietvertraglich übernommenen Pflicht zum Winterdienst dann frei, wenn sie persönlich aus gesundheitlichen Gründen diese Arbeiten nicht mehr erledigen können und weder private noch gewerbliche Dritte zur Übernahme der Arbeiten zu finden sind. Dies hat das Landgericht Münster entschieden.
Im zugrunde liegenden Fall hatte sich ein schwerbehinderter Mann bei Abschluss des Mietvertrages zur Durchführung des Winterdienstes verpflichtet. Seit Unterzeichnung des Mietvertrages vor rund neun Jahren hatte sich sein Gesundheitszustand aber derart verschlechtert, dass es ihm unmöglich geworden war, den Winterdienst selbst durchzuführen. Er verlangte daher von seinem Vermieter,... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
Landgericht Münster, Urteil vom 17.11.2008
- 15 O 461/07 -
Private Krankenversicherung muss Kosten für Behandlung beim Heilpraktiker übernehmen
Behandlungsmethode muss aus naturheilkundlicher Sicht anerkannt sein
Sofern bei einem Patienten eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung durch einen Heilpraktiker vorliegt, müssen diese Kosten von der privaten Krankenversicherung übernommen werden. Dies hat das Landgericht Münster entschieden.
Im zugrunde liegenden Fall litt eine Privatpatientin unter starker Neurodermitis mit Rötungen und Schwellungen der Gesichtspartie um beide Augen mit starkem Juckreiz. Daraufhin wurden ihr schulmedizinisch diverse Antibiotika, Kortison, Salben und Tabletten verschrieben, die jedoch keine Besserung bewirkten. Auch eine Behandlung in der Hautklinik der Uniklinik blieb erfolglos. Die Patientin... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
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Landgericht Münster, Urteil vom 30.06.2008
- 2 O 268/06 -
Versicherung muss Unfallopfer bei Hausbau mit mehr als 200.000 EUR unterstützen
Mehraufwendungen für behindertengerechten Umbau
Unfallverursacher müssen einem Unfallopfer auch den behindertengerechten Umbau für ein Haus bezahlen. Dies hat das Landgericht Münster entschieden.
Im zugrunde liegenden Fall wurde ein 2-jähriges Mädchen von einem Autofahrer bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Sie erlitt unter anderem eine Querschnittslähmung (ab der Brust abwärts) und ihre Beine sind von einer starken Spastik erfass. Es trat eine Hirnatrophobie ein, die zu einer starken Anfallgefährdung führt. Ferner erlitt sie einen Nervenabriss am oberen Halswirbel mit... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
Landgericht Münster, Urteil vom 18.12.2002
- 10 O 586/02 -
4.500,- Euro Schmerzensgeld nach grobem Foulspiel
Schuldhafter Regelverstoß
Das Landgericht Münster hat den Spieler einer Fußballaltherrenmannschaft zur Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 4.500,- Euro sowie Schadensersatz verurteilt.
Während eines Freundschaftsspiels war er von hinten in die Beine des auf der Gegenseite spielenden Klägers gegrätscht. Dabei wurde das rechte Bein des Klägers getroffen. Der Kläger erlitt einen Knöchel- und Wadenbeinbruch. Im Anschluss an das Foulspiel zeigte der Schiedsrichter dem Beklagten die rote Karte.Eine Haftung für Verletzungen beim Fußballsport tritt ein,... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
Landgericht Münster, Entscheidung vom
- 9 S 160/03, 9 S 161/03, 9 S 28/04 -
Nachbarschaftsstreitigkeiten: Filmen verboten, Verschattung durch Bäume, Zaun über der Grundstücksgrenze
Zwei Brüder aus Beckum beschäftigten kürzlich gleich mehrmals die Justiz. Die beiden sind Nachbarn und seit Jahren verfeindet, was Ausgangspunkt einiger Prozesse vor dem Amtsgericht Beckum und dem Landgericht Münster war.
Zunächst klagte der eine Bruder wegen besonderer Dringlichkeit im Wege der einstweiligen Verfügung, weil eine Überwachungskamera, die der andere Bruder im Fenster seines auf dem Grundstück ansässigen Handwerksbetriebs aufgestellt hatte, ihn filme und in seinen Persönlichkeitsrechten verletze. Die Verfügung wurde erlassen, der Bruder ließ die Jalousie herunter, legte aber Widerspruch... Lesen Sie mehr| Diskutieren Sie mit
