wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 16. Oktober 2018

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Verwaltungsgericht Koblenz, Beschluss vom 21.09.2012
6 L 828/12.KO -

Jäger erschießt Pferd: Vorläufige Einziehung des Jagdscheins rechtmäßig

Entziehung des Jagdscheins bei missbräuchlicher oder leichtfertiger Verwendung von Waffen und Munition zulässig

Die Kreisverwaltung eines Landkreises darf den Jagdschein eines Jägers, der während der Jagd ein Pferd erschossen hat, vorläufig einziehen. Dies entschied das Verwaltungsgericht Koblenz.

Der Antragsteller des zugrunde liegenden Streitfalls, damals erst kurze Zeit Jagdscheininhaber, hatte im Sommer 2011 während einer nächtlichen Jagd das auf einer Koppel grasende Pferd - seinen Angaben zufolge in der Annahme, auf ein flüchtendes Wildschwein zu schießen - durch einen Schuss in den Hals getötet. Die Kreisverwaltung hatte daraufhin den Jagdschein für ungültig erklärt und eingezogen sowie die Waffenbesitzkarte des Antragstellers widerrufen und herausverlangt. Gleichzeitig hatte sie den Sofortvollzug der Maßnahmen angeordnet, um die weitere Jagdausübung und einen Waffenbesitz des Antragstellers für die Dauer eines Rechtsbehelfsverfahrens zu verhindern. Hiergegen hatte der Antragsteller unter Berufung darauf, dass es sich bei dem Vorfall um eine verhängnisvolle Verwechslung gehandelt habe, beim Verwaltungsgericht Koblenz einstweiligen Rechtsschutz beantragt.

Jagdschein ist bei mangelnder Zuverlässigkeit des Besitzers für ungültig zu erklären

Der Antrag blieb jedoch ohne Erfolg. Das öffentliche Interesse am Sofortvollzug der Maßnahmen überwiege, so das Gericht, da der angefochtene Verwaltungsakt offensichtlich rechtmäßig sei. Es bestehe kein schützenswertes Interesse, den Vollzug eines ersichtlich zu Unrecht angegriffenen Verwaltungsakts bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache zu verhindern. Nach dem Bundesjagdgesetz sei der Jagdschein für ungültig zu erklären und einzuziehen, wenn der Inhaber nicht die erforderliche Zuverlässigkeit besitze. Davon sei unter anderem auszugehen, wenn Grund zu der Annahme bestehe, dass der Betroffene Waffen und Munition missbräuchlich oder leichtfertig verwenden werde. Das sei hier der Fall. Der Antragsteller habe in grob fahrlässiger Weise auf das Pferd geschossen. Er habe selbst eingeräumt, das beschossene Ziel objektiv betrachtet nicht genau identifiziert zu haben.

Hoher Grad an Sorgfaltspflichtverletzung lässt auf leichtfertige Verwendung von Waffen schließen

Soweit er sich darauf berufe, subjektiv infolge einer bloßen Verwechslung zu der festen Überzeugung gelangt zu sein, auf ein Stück Schwarzwild zu schießen, sei ihm jedenfalls der Vorwurf zu machen, grob fahrlässig zu dieser Einschätzung gelangt zu sein. Nach Aussage des Jagdpächters sei es in der fraglichen Nacht hell genug gewesen, ein Stück Wild zu erkennen. Zudem habe der Antragsteller unter Verwendung einer an seinem Gewehr angebrachten Taschenlampe gezielt und geschossen. Hinzu komme, dass sich die hellbraun-weiß gescheckte Farbe des Pferdes erheblich von der dunklen Farbe eines Wildschweines unterschieden habe. Überdies habe der Antragsteller die abgezäunte Koppel, auf der sich das Pferd befunden habe, erkennen und auch von daher bei Abgabe des Schusses besondere Vorsicht walten lassen müssen. Insgesamt spreche alles dafür, dass der Antragsteller in der konkrete Lage, in der sein Sichtfeld durch die Verwendung des stark vergrößernden Zielfernrohrs stark eingeschränkt und die Örtlichkeit unübersichtlich gewesen sei, den Überblick verloren, jedoch gleichwohl - übereilt - geschossen habe. Der hierin zu sehende hohe Grad an Sorgfaltspflichtverletzung lasse auf eine leichtfertige Verwendung von Waffen schließen. Dies gelte umso mehr, weil der Antragsteller sein Verhalten nicht an seiner noch geringen jagdlichen Erfahrung ausgerichtet habe, was den Schluss auf einen gewissen Grad an Selbstüberschätzung zulasse.

Mangelnde waffenrechtliche Zuverlässigkeit führt zudem zum Widerruf der Waffenbesitzkarte

Unabhängig davon überwiege das öffentliche Interesse am sofortigen Vollzug der Maßnahme aber auch selbst dann, wenn man die Erfolgsaussichten der Rechtsbehelfe in der Hauptsache als offen ansehen wolle. Es bestehe nämlich ein überragendes Gemeininteresse daran, das mit der privaten Verwendung von Waffen - auch bei der Jagd - grundsätzlich verbundene erhebliche Sicherheitsrisiko möglichst zu minimieren. Demgegenüber habe das Interesse des Antragstellers, der die Jagd nicht berufsmäßig ausübe, zurückzustehen, zumal über seine Rechtsbehelfe in der Hauptsache zeitnah entschieden werden könne. Ferner fehle es aus den genannten Gründen auch an der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit des Antragstellers, weshalb die Voraussetzungen für den Widerruf der Waffenbesitzkarte gleichfalls gegeben seien.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 01.10.2012
Quelle: Verwaltungsgericht Koblenz/ra-online

Aktuelle Urteile aus dem Jagdrecht | Verwaltungsrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Entzug | Entziehung des ... | Jagdschein | Jäger | Pferd | Waffe | Waffen | Waffenbesitzkarte

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 14257 Dokument-Nr. 14257

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss14257

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken


Werbung