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Verwaltungsgericht Koblenz, Urteil vom 19.10.2021
5 K 557/21.KO -

Keine Befreiung von der Rundfunk­beitragspflicht bei fehlender Beantragung von Sozialhilfe

VG Koblenz lehnt Klage eines Rentners ab

Ein Sozialhilfe­berechtigter, der keinen Antrag auf Zahlung von Sozialhilfe stellt, kann nicht die Befreiung von der Rundfunk­beitragspflicht verlangen. Dies entschied das Verwaltungsgericht Koblenz und wies eine entsprechende Klage ab.

Der Kläger ist Empfänger einer geringen Rente. Seinen Antrag auf Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht lehnte der Beklagte mit der Begründung ab, die im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag vorgesehenen Befreiungstatbestände - insbesondere die Beziehung von Sozialleistungen - lägen nicht vor. Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren verfolgte der Kläger sein Begehren im Klageverfahren weiter. Er machte geltend, unter Berücksichtigung seiner finanziell schlechten Verhältnisse habe er wegen eines Härtefalls einen Anspruch auf Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht. Zwar beziehe er nur eine geringe Rente, einen Antrag auf Sozialhilfe wolle er allerdings nicht stellen. Der Beklagte sah hingegen die Voraussetzungen für eine Befreiung wegen eines Härtefalls nicht als erfüllt an, da der Kläger freiwillig auf die Beantragung und Inanspruchnahme der ihm zustehenden Sozialleistungen verzichtet habe.

Kein Wahlrecht des Klägers

Das Verwaltungsgericht Koblenz wies die Klage ab. Der Kläger könne sich zunächst nicht auf die Befreiungstatbestände im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag berufen, so die Koblenzer Richter. Weder beziehe er Sozialleistungen, was zur Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht führen würde, noch bestehe ein besonderer Härtefall. Ein solcher liege nicht darin, dass einem Rundfunkteilnehmer aufgrund seines geringen Einkommens und Vermögens auf Antrag zwar zur Befreiung führende Sozialleistungen zustünden, er einen solchen Antrag jedoch nicht stellen wolle. Die Heranziehung des Klägers zum Rundfunkbeitrag sei auch verhältnismäßig. Der Kläger habe kein Wahlrecht. Er könne nicht einerseits auf die Inanspruchnahme von Sozialleistungen freiwillig verzichten, andererseits jedoch eine Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht mangels finanzieller Mittel verlangen.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 27.10.2021
Quelle: Verwaltungsgericht Koblenz, ra-online (pm/aw)

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Dokument-Nr.: 30978 Dokument-Nr. 30978

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Kommentare (2)

 
 
Dennis Langer schrieb am 31.10.2021

Wenn der Sozialhilfe­berechtigte tatsächlich sozialhilfeberechtigt ist, dann wird bei ihm ohnehin nichts zu holen, bzw. zu pfänden sein. Doch wovon lebt dieser Mensch dann eigentlich?

Ingrid Okon schrieb am 28.10.2021

wow, welche Logik. Wenn einer also wenig Rente+ Sozialgeld bekommt, wird er von GEZ befreit. Will er ohne Staatshilfe leben, muss er bezahlen. Das könnte ich noch weiter spinnen für andere Ämter, da selbst erlebt. Hat jemand gefragt warum der Mann keine Sozialhilfe beantragen möchte? Ist er Analphabet, versteht er die Fragen im Antrag nicht, glaubt er seine Kinder zu belasten, kann er schlecht laufen, braucht er Betreuung.....???

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