wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Mittwoch, 20. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Verwaltungsgericht Karlsruhe, Urteil vom 30.06.2005
10 K 3296/04 -

Farbton von Neubaufassade darf Kulturdenkmal nicht beeinträchtigen

Verwaltungsgericht Karlsruhe bestätigt denkmalschutzrechtliche Anordnung

Eine Denkmalschutzbehörde darf einem Gebäudeeigentümer gegenüber anordnen, dass dieser die Fassade seines Gebäudes umzugestalten habe, wenn durch deren Erscheinungsbild die Wirkung von in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Kulturdenkmalen beeinträchtigt wird.

Dies entschied das Verwaltungsgericht Karlsruhe in einem aktuellen Urteil und wies damit die Klage der Eigentümerin eines rotgestrichenen Neubaus gegen eine denkmalschutzrechtliche Anordnung der Stadt Horb ab.

Zum Sachverhalt:

Anstelle eines früheren Gasthauses errichtete die Klägerin in der Neckarstraße ein Wohnhaus mit acht Wohnungen und strich die Fassade des Neubaus nach fehlgeschlagenen Abstimmungsversuchen bezüglich ihrer farblichen Gestaltung mit der Stadt Horb und dem Landesdenkmalamt in einem intensiven, unvermischten Rot an.

Daraufhin ordnete die Stadt Horb im September 2003 an, die Farbgebung der Fassade in Abstimmung mit ihr abzuändern. Sie verwies dabei auf die in unmittelbarer Umgebung befindlichen Kulturdenkmale besonderer Bedeutung, nämlich im Westen das "Ihlinger Tor" (auch "Luziferturm" genannt) aus dem 13. Jahrhundert, im Südwesten das "Stubensche Schlösschen" aus dem Jahr 1519, sowie im Osten unmittelbar an den Neubau angrenzend das aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus "Hoher Giebel", die sämtlich durch die rote Fassade beeinträchtigt würden.

Die Klägerin hielt dem unter anderem entgegen, dass die rote Fassade in der Bevölkerung überwiegend Zuspruch gefunden habe, und erhob nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage beim Verwaltungsgericht.

Das Verwaltungsgericht folgte der Argumentation der Klägerin nicht und wies die Klage unter anderem mit der Begründung ab, es gehe nicht darum, zu entscheiden, ob der Neubau der Klägerin in architektonischer Hinsicht gelungen sei. Auf den Zuspruch, den der Neubau in der Bevölkerung gefunden habe, komme es daher nicht an. Entscheidend sei allein, ob die Gestaltung der Fassade die Wirkung der vorhandenen Kulturdenkmale störe. Insoweit habe der Augenschein ergeben, dass der an dieser Stelle unerwartete und fremd wirkende Rotton jedenfalls das Fachwerkhaus "Hoher Giebel" erheblich beeinträchtige.

Das denkmalgeschützte Gebäude trete nämlich durch den krassen Kontrast und die dominierende Wirkung der roten Fassade des Neubaus vollständig in den Hintergrund und erscheine nur noch als Belanglosigkeit. Ein anderer, großer Neubau, welcher in den 90'er Jahren gegenüber dem Grundstück der Klägerin errichtet worden sei, lenke die Blicke nicht in gleichem Maße auf sich wie das Gebäude der Klägerin und grenze außerdem - anders als der Neubau der Klägerin - nicht unmittelbar an ein Kulturdenkmal an.

Da zahlreiche andere Möglichkeiten der Fassadengestaltung verblieben, werde die Klägerin durch die Anordnung auch nicht in ihrer Handlungsfreiheit verletzt.

Den Beteiligten steht gegen dieses Urteil die Berufung zu, sofern sie vom Verwaltungsgerichtshof des Landes Baden-Württemberg zugelassen wird.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 12.08.2005
Quelle: Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 05.08.2005

Aktuelle Urteile aus dem Denkmalschutzrecht | Verwaltungsrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Denkmalschutz | Kulturdenkmal

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 844 Dokument-Nr. 844

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil844

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung