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Verwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 25.06.2019
VG 8 K 202.18 -

Inhaber einer Ausbildungsduldung können Anspruch auf Wohn­berechtigungs­schein haben

Für Anspruch muss Ausbildungsduldung noch mindestens ein Jahr Gültigkeit haben

Besitzt ein Ausländer keine Aufenthalts­erlaubnis, aber eine sogenannte Ausbildungsduldung, kann er einen Wohn­berechtigungs­schein erhalten, wenn die Ausbildungsduldung noch mindestens ein Jahr gilt. Dies entschied das Verwaltungsgericht Berlin.

Dem Verfahren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Aufenthalt der Kläger, einer albanischen Familie, wird seit 2017 geduldet, um dem Vater der Familie hier eine qualifizierte Berufsausbildung zum Ausbaufacharbeiter und Stuckateur zu ermöglichen. Im Mai 2018 beantragten sie beim Bezirksamt die Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins. Dies lehnte das Bezirksamt ab. Zur Begründung führte es aus, dass Wohnberechtigungsscheine Personen vorbehalten seien, deren dauerhafter Aufenthalt im Bundesgebiet rechtlich gebilligt sei. Das sei bei einer Duldung nicht der Fall. Hiergegen setzten sich die Kläger zur Wehr. Sie waren der Auffassung, einen Wohnberechtigungsschein beanspruchen zu können. Zumindest sei die Versagung durch das Bezirksamt damals rechtswidrig gewesen.

Kläger hätten zum Zeitpunkt der Klageerhebung Anspruch auf Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins gehabt

Das Verwaltungsgericht Berlin gab der Klage teilweise statt. Einen Wohnberechtigungsschein könnten die Kläger derzeit zwar nicht beanspruchen, weil ihre Duldungen inzwischen eine verbleibende Geltungsdauer von weniger als einem Jahr aufwiesen. Die Versagung des Wohnberechtigungsscheins sei jedoch rechtswidrig gewesen und verletze die Kläger in ihren Rechten. Denn zum Zeitpunkt der Klageerhebung hätten die Kläger einen Anspruch auf Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins gehabt. Als Inhaber einer Ausbildungsduldung gehörten der Vater und seine Familie zu den Ausländern, die auch rechtlich einen verfestigten Aufenthaltsstatus besäßen. Zwar vermittelten Duldungen grundsätzlich kein auf Dauer gesichertes Bleiberecht. Bei der Ausbildungsduldung handele es sich aber um einen Sonderfall, weil diese eine rechtliche Billigung des Aufenthalts darstelle. Anders als übliche Duldungen würden Ausbildungsduldungen zu einem bestimmten Aufenthaltszweck, nämlich der Berufsausbildung, und für die Dauer der Ausbildung erteilt. Damit sollen sowohl dem Ausbildungsbetrieb als auch dem Ausländer Rechtssicherheit für die Zeit der Ausbildung gegeben werden. Der gesetzliche Anspruch nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss auf Verlängerung der Ausbildungsduldung zur Arbeitssuche bzw. die Möglichkeit der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung bestätigten, dass der wegen einer Ausbildung zunächst nur geduldete Aufenthalt auf längere Zeit angelegt sei.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 03.07.2019
Quelle: Verwaltungsgericht Berlin/ra-online (pm/kg)

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Kommentare (1)

 
 
Klarspüler schrieb am 03.07.2019

Wenn man sich die Anstrengungen im Umfeld des sozialen Wohnungsbaus der letzten 30 Jahre und den damit verbundenen Überschuss an leistbaren Wohnraum anschaut ist solch eine Entscheidung natürlich nachvollziehbar.

Nachdem alle alleinerziehenden Mütter, Obdachlosen aus dem Scheidungsumfeld und Sonstige, von der Gesellschaft sorgsam protegierten, soziale Härtefälle zumindest ein Dach über dem Kopf haben kann man selbstredend die noch freistehenden Wohnungen geduldeten Ausländern anbieten.

Ich sehe da kein Problem...

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