wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Donnerstag, 12. Dezember 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern4/0/5(3)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Verwaltungsgericht Aachen, Beschluss vom 01.07.2019
9 L 752/19 -

Schüler darf bei Fehlverhalten von Klassenfahrt ausgeschlossen werden

Lehrkräfte sind vor allem auf Klassenfahrten zur Ausübung der ihnen obliegenden Aufsichtspflicht auf Befolgen von Anweisungen durch Schüler angewiesen

Das Verwaltungsgericht Aachen hat entschieden, dass ein Schüler, der durch mehrfaches Fehlverhalten auffällt, von einer Klassenfahrt ausgeschlossen werden darf.

Der Antragsteller des zugrunde liegenden Falls besucht die 6. Klasse einer Gesamtschule im Kreis Heinsberg. Nach den Feststellungen des Gerichts enthielt das Klassenbuch (jedenfalls) für den Zeitraum Anfang April 2019 bis Anfang Mai 2019 acht Eintragungen über Fehlverhalten. Am 9. Mai 2019 führte der Sonderpädagoge der Schule auf Bitten der Schulleitung ein Gespräch mit fünf Schülern der Klasse 6 - darunter dem Antragsteller - über Auseinandersetzungen zwischen ihnen. Der Antragsteller störte mehrfach das Gespräch, unter anderem, indem er einen seiner Schuhe auszog und gegen die Nase eines Mitschülers hielt. Daher brachte der Sonderpädagoge den Antragsteller in einen benachbarten Unterrichtsraum und forderte ihn auf, dort auf ihn zu warten, bis er mit den vier anderen Schülern gesprochen habe; im Anschluss wollte er dann mit ihm reden. Der Antragsteller verließ aber ohne Rücksprache das Schulgebäude. Darauf im Rahmen des Elternsprechtages in Gegenwart seiner Eltern von dem Sonderpädagogen angesprochen, erklärte der Antragsteller, er sehe keinen Redebedarf.

Schule schließt Schülers von Klassenfahrt aus

Mit Bescheid vom 6. Juni 2019 wurde dem Antragsteller mitgeteilt, dass die Teilkonferenz der Schule beschlossen habe, ihn wegen "Missachtung von Lehreranweisungen" von der für den 2. Juli 2019 vorgesehenen Klassenfahrt auszuschließen.

Pädagogische Maßnahmen sind in Einzelfällen früher zugunsten von Schulordnungsmaßnahmen aufzugeben

Der dagegen gerichtete Eilantrag blieb ohne Erfolg. Das Verwaltungsgericht Aachen entschied, dass die Ordnungsmaßnahme rechtmäßig sei. Nach den Klassenbucheinträgen und den aktenkundigen Schilderungen diverser Lehrkräfte bestünden für das Gericht keine Zweifel daran, dass der Antragsteller erhebliche Defizite bei seiner Bereitschaft zeige, sich an Anweisungen der Lehrkräfte zu halten. Von einem solchen Fehlverhalten des Antragstellers sei nach den überzeugenden Ausführungen des Sonderpädagogen auch am 9. Mai 2019 auszugehen. Insoweit falle im Übrigen auf, dass der Antragsteller bzw. seine Eltern zwar mehrfach die Unrichtigkeit des Sachverhalts andeuten, aber zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Schilderung vorlegen, was sich aus ihrer Sicht am 9. Mai 2019 zugetragen haben soll. Das Fehlverhalten sei auch gewichtig, weil insbesondere auf Klassenfahrten Lehrkräfte darauf angewiesen seien, dass Schüler klare Anweisungen befolgen, damit die Lehrkräfte die ihnen obliegende Aufsichtspflicht verantwortlich ausüben können. Insbesondere dann, wenn Eltern und Schule - wovon im vorliegenden Fall nach Aktenlage auszugehen sei - nicht gemeinsam an einem Strang zögen, um Verhaltensweisen abzustellen, die einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb erschweren oder sogar unmöglich machen, könnten rein pädagogische Maßnahmen früher zugunsten von Schulordnungsmaßnahmen aufgegeben werden.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 01.07.2019
Quelle: Verwaltungsgericht Aachen/ra-online (pm/kg)

Aktuelle Urteile aus dem Schulrecht | Verwaltungsrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Ausschluss | Fehlverhalten | Klassenfahrt | Schule | Schüler | Schülerin

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 27582 Dokument-Nr. 27582

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss27582

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 4 (max. 5)  -  3 Abstimmungsergebnisse Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (4)

 
 
feo schrieb am 03.07.2019

Oha, da hat wieder einer zuviel am namensgebenden Klarspüler geschnüffelt. Ich kann Judge nur zustimmen, sehr gutes bzw. richtiges Urteil.

Klarspüler schrieb am 02.07.2019

Was für eine widerliche Posse: Ich kann mir das richtig vorstellen wie diese Lehrer und Richter - alle mit selbst gesticktem Ehren-Abzeichen "Gemobbt" am Revers - endlich ihre Chance gekommen sehen haben einem Kind ordentlich "eins reinzuwürgen". Die Kränkungen saßen eben tief.

Eltern und Schule müssen an einem Strang ziehen?! Genau, der Strang darf dem Schüler ruhig um den Hals gewunden sein - Hauptsache alle ziehen gemeinsam daran. Und das ist auch verständlich; bei einem so schwerwiegenden Verbrechen wie „Mitschüler den Schuh vors Gesicht halten“ gibt es kein Pardon! Niemals!

Und wenn die Mitschülerin mit den roten Haaren nochmal so blöd guckt verbrennen wir die Hexe!!!

Judge antwortete am 02.07.2019

Traurig, wenn man das Wesentliche nicht erkennt. Nicht der Schuh war ausschlaggebend, sondern das unerlaubte Verlassen des Geländes. Passiert das dann auf der Klassenfahrt, schimpft der gleiche Kommentator über die unfähigen Lehrkräfte, die nicht mal auf einen Schüler aufpassen können. Übrigens hätten die Eltern mit ihrem Kind mal reden können, anstatt zum Verwaltungsgericht zu gehen. Dessen Entscheidung ist lebensnah und zutreffend.

Dredd antwortete am 02.07.2019

"Traurig, wenn man das Wesentliche nicht erkennt." - sehr gute Selbsteinschätzung.

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung