wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Montag, 16. Juli 2018

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 08.12.2016
8 A 10680/16 -

Studentische Wohngemeinschaft mit 11 Personen in reinem Wohngebiet mit vorwiegend Einfamilienhäusern zulässig

Nachbarn steht kein Anspruch auf behördliche Untersagung zu

In einem reinen Wohngebiet mit vorwiegend Einfamilienhäusern ist eine studentische Wohngemeinschaft mit 11 Personen zulässig. Einem Nachbarn steht in diesem Fall kein Anspruch auf behördliche Untersagung der Nutzung zu. Dies hat das Ober­verwaltungs­gericht Rheinland-Pfalz entschieden.

In dem zugrunde liegenden Fall verlangte der Eigentümer eines Einfamilienhauses von der zuständigen Bauaufsichtsbehörde ein Einschreiten gegen eine Wohngemeinschaft. Die Wohngemeinschaft befand sich in einem Nachbargebäude und bestand überwiegend aus Studenten. Der Hauseigentümer meinte, dass sich die Wohngemeinschaft nicht mit dem Charakter des reinen Wohngebiets vertrage. Ohnehin seien Beherbergungsbetriebe in einem reinen Wohngebiet unzulässig. Da sich die Behörde weigerte einzuschreiten, erhob der Hauseigentümer Klage.

Verwaltungsgericht wies Klage ab

Das Verwaltungsgericht Trier wies die Klage ab. Die Nutzung des nachbarlichen Wohnhauses als studentische Wohngemeinschaft sei nicht zu beanstanden. Denn auch Studentenwohnheime seien in einem reinen Wohngebiet zulässig. Zudem handele es sich nicht um einen Beherbergungsbetrieb. Da das Verwaltungsgericht eine Berufung nicht zuließ, beantragte der Kläger die Zulassung der Berufung.

Oberverwaltungsgericht verneint ebenfalls Anspruch auf Untersagung

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz bestätigte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und wies daher den Antrag des Klägers zurück. Ein Anspruch auf behördliche Untersagung der Nutzung des nachbarlichen Wohnhauses als studentische Wohngemeinschaft bestehe nicht.

Studentische Wohngemeinschaft mit 11 Personen in reinem Wohngebiet zulässig

Die Nutzung des Nachbargebäudes als Wohngebäude für eine studentische Wohngemeinschaft entspreche nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts dem Charakter eines reinen Wohngebiets (§ 3 der Baunutzungsverordnung - BauNVO) und sei daher gebietsverträglich. Die Nutzung als Wohngemeinschaft erfülle gerade den Zweck des Baugebiets, nämlich dem Wohnen zu dienen. Wohngemeinschaften seien mit der Zweckbestimmung des reinen Wohngebiets ebenso generell verträglich wie die Unterbringung von Studentenwohnheimen.

Kein Vorliegen eines Beherbergungsbetriebs

In der Nutzung des Wohnhauses liege zudem keine stetig wechselnde Nutzung im Sinne eines Beherbergungsbetriebs, so das Oberverwaltungsgericht. Zwar sei in einer studentischen Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit von einem stetigen Wechsel der Bewohner auszugehen, nicht aber von gänzlich kurzfristigen Wechseln im Sinne eines Beherbergungsbetriebs.

Keine ausnahmsweise Unzulässigkeit der Nutzung

Die Nutzung sei nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts auch nicht ausnahmsweise gemäß § 15 Abs. 1 BauNVO unzulässig. Die Nutzung eines Wohnhauses durch eine Gemeinschaft von 11 Personen stelle von ihrer Intensität her keine gegenüber der üblichen Nutzung von Ein- oder Zweifamilienhäusern andersartige Nutzung dar. Komme es in Einzelfällen zu Störungen, könne der Kläger Unterlassungsansprüche geltend machen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 10.07.2018
Quelle: Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, ra-online (vt/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Nachbarrecht | Öffentliches Baurecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Immobilien- und Baurecht (IBR)
Jahrgang: 2017, Seite: 98
IBR 2017, 98
 | Zeitschrift: NJW-Spezial
Jahrgang: 2017, Seite: 270
NJW-Spezial 2017, 270

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 26152 Dokument-Nr. 26152

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Beschluss26152

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (2)

 
 
scope schrieb am 10.07.2018

"In einem reinen Wohngebiet mit vorwiegend Einfamilienhäusern ist eine studentische Wohngemeinschaft mit 11 Personen zu lässig."

Duden "lässig": ungezwungen und ohne große Förmlichkeit

Eigentlich klar, daß so eine Wohngemeinschaft junger Leute irgendwie ungezwungen ist, vielleicht auch hi und da zu ungezwungen...

scope schrieb am 10.07.2018

"In einem reinen Wohngebiet mit vorwiegend Einfamilienhäusern ist eine studentische Wohngemeinschaft mit 11 Personen zu lässig."

Duden "lässig": ungezwungen und ohne große Förmlichkeit

Eigentlich klar, daß so eine Wohngemeinschaft junger Leute irgendwie ungezwungen ist, vielleicht auch hi und da zu ungezwungen...

Werbung

Drucken


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Werbung