wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen


Werbung

kostenlose-Urteile.de
Montag, 30. Januar 2023

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche



Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht München I, Urteil vom 08.09.2004
26 O 12401/02 -

Versteckter Mangel beim Pferdekauf

Der Landesverband Bayer. Pferdezüchter e.V. verkaufte im Rahmen einer Versteigerung anlässlich der 55. Reitpferdeauktion am 2.3.2003 in München, Riem in Kommission ein Dressurpferd zum Nettosteigerungspreis von 37.000,- €. Einschließlich Kommissionsgebühr, Versicherung und Mehrwertsteuer belief sich der Bruttoverkaufspreis auf 42.537,85 €.

Trotz tierärztlicher Untersuchung und Beobachtung des Pferdes im Rahmen der Auktions vorbereitung blieb eine bereits vorhandene dauerhafte Gesundheitsbeeinträchtigung des Tiers verborgen. Es zeigte beim Vorreiten lediglich zeitweilig leichte Taktunreinheiten. Erst im Rahmen eines vom Käufer betriebenen Gerichtsverfahrens stellte sich heraus, dass die bildschöne Fuchsstute bereits zum Zeitpunkt der Auktion am 2.3.2002 an chronischen degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule litt, die eine dauerhafte Eignung als Dressurpferd ausschließen. Dies ergab ein vom Gericht eingeholtes tiermedizinisches Gutachten.

Die 26. Zivilkammer des Landgerichts München I verurteilte deshalb den Pferdezüchterverband zur Rücknahme des Tiers Zug um Zug gegen Rückzahlung des Kaufpreises. Außerdem muss der Verband für die angefallenen Unterhaltskosten des Käufers aufkommen. Die Kaufgewährleistung richte sich nach den Vorschriften über die Sachmängelhaftung. Ein Tier ist zwar nach § 90 a BGB keine Sache und wird durch besondere Gesetzte geschützt. Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind aber auf Tiere die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden.

Vertragsgrundlage sei die Eignung der Stute als Dressurpferd gewesen. Sie sollte einer professionellen Dressurreiterin und Dressurausbilderin zur Verfügung stehen. Der hohe Steigerungspreis von 37.000,- € rechtfertige sich durch die angepriesene herausragende Dressurveranlagung. Nach der Beurteilung des Pferdesachverständigen könne das Tier aber als Dressurpferd der höheren Klassen nicht eingesetzt werden, da es bei der Dressurarbeit die Halswirbelsäule stark belaste und es deshalb zu Taktfehlern und Koordinationsstörungen kommen werde. Dies führe bei der Bewertung zu Punktabzügen, wenn nicht zur Sperrung. Dass die gesundheitliche Beeinträchtigung sich bei der Auktionsvorbereitung nicht deutlicher gezeigt habe, erklärt der Sachverständige mit dem überragenden Talent der Stute und ihrer erstklassigen Ausbildung. Der in den Auktionsbedingungen vereinbarte Gewährleistungsausschluss nach der Bestimmung "verkauft wie besichtigt" kann sich nach den Ausführungen des Gerichts nicht auf derartige versteckte Mängel beziehen. Die Haftung könne nur für solche Mängel ausgeschlossen werden, die bei einer ordnungsgemäßen Besichtigung ohne Zuziehung eines Sachverständigen wahrgenommen werden können.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 24.11.2005
Quelle: ra-online, LG München I

Aktuelle Urteile aus dem Kaufrecht | Pferderecht
Urteile zu den Schlagwörtern: Mangel | Mängel | Defekt | Pferd | Pferde | Pferdekauf | Sachmängelhaftung | versteckter Mangel

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 1153 Dokument-Nr. 1153

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil1153

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0

Kommentare (0)

 
 
Drucken
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung