wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Sonntag, 16. Juni 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern5/0/5(1)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht München II, Urteil vom 08.05.2014
10 O 4590/13 -

Brand aufgrund Weihnachts­dekoration in der Sauna: Betätigung eines Saunaschalters ohne Kenntnis der Funktionsweise ist grob fahrlässig

Versicherung ist zur Kürzung der Versicherungs­leistung berechtigt

Gerät die in einer Sauna gelagerte Weihnachts­dekoration in Brand, weil der Saunaschalter aufgrund der fehlenden Kenntnis zur Funktionsweise falsch bedient wurde, so liegt darin ein grob fahrlässiges Verhalten. Die Versicherung kann in diesem Fall nach § 81 Abs. 2 VVG ihre Leistung kürzen. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts München II hervor.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: An einem Tag im März 2013 stellte eine Frau eine Kiste mit Weihnachtsdekorationen in der im Keller befindlichen Sauna ab. Diese sollte dort bis zur Renovierung des Dachgeschosses verbleiben. Um das Licht in der Sauna einzuschalten, betätigte sie den außerhalb der Sauna befindlichen Drehschalter nach rechts. Der Schalter wies drei Stufen auf. Die erste Stufe schaltete das Licht ein, die zweite Stufe aktivierte den Saunaofen und die dritte Stufe schaltete das Licht wieder ab, wobei der Saunaofen aktiviert blieb. Statt den Saunaschalter wieder nach links zu drehen, um das Licht abzuschalten, drehte die Frau den Drehschalter weiter nach rechts bis das Licht erlosch. Jedoch hatte sie damit den Saunaofen in Betrieb gesetzt. Nachfolgend geriet die Kiste in Brand, der auf das Haus übergriff. Die Gebäudefeuerversicherung hielt das Verhalten der Frau für grob fahrlässig und kürzte daher die Leistung um 30 %. Da die Frau dies anders sah, erhob sie Klage.

Kein Anspruch auf ungekürzten Versicherungsschutz aufgrund Brandereignisses

Das Landgericht München II entschied gegen die Frau. Ihr habe kein Anspruch auf ungekürzte Versicherungsleistung zugestanden. Vielmehr sei die Versicherung berechtigt gewesen ihre Leistung gemäß § 81 Abs. 2 VVG zu kürzen, da der Brand grob fahrlässig verursacht worden sei.

Bedienung eines Saunaschalters ohne Funktionskenntnis ist grob fahrlässig

Nach Ansicht des Landgerichts sei es als grob fahrlässig zu werten, wenn ein Saunaschalter bedient wird, ohne dessen Funktionsweise zu kennen. Dies sei hier aber der Fall gewesen. Die Frau habe vorgetragen, dass sie die wahrgenommene Beschriftung des Schalters nicht beachtet habe. Dies sei als schwerer Pflichtenverstoß anzusehen gewesen. Die Frau hätte angesichts dessen, dass sie brennbares Material in der Sauna abstellte, eine erhöhte Aufmerksamkeit an den Tag legen müssen. Da sie den Brand durch einfachste Mittel hätte vermeiden können, sei ihr Fehlverhalten als unentschuldbar zu bewerten gewesen.

Grob fahrlässige Bedienung des Drehschalters

Der Frau sei nach Auffassung des Landgerichts zudem durch die falsche Bedienung des Drehschalters grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen gewesen. Denn sie habe den Saunaschalter nicht nach links in die Ausgangsposition, sondern weiter nach rechts gedreht. Es sei sorgfaltswidrig und unentschuldbar davon auszugehen, dass man das Licht in einer Sauna durch das Weiterdrehen des Saunaschalters ausschalten könne.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 12.03.2015
Quelle: Landgericht München II, ra-online (zt/NJW-RR 2015, 29/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Versicherungsrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht (NJW-RR)
Jahrgang: 2015, Seite: 29
NJW-RR 2015, 29

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 20747 Dokument-Nr. 20747

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil20747

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 5 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung