wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 22. Oktober 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Heidelberg, Urteil vom 04.03.2013
5 S 61/12 -

Finder haftet für die Zerstörung eines Geo-Caches

Finder verletzte seine Pflicht zur Verwahrung

Findet jemand einen Geo-Cache, so liegt ein Fund vor. Der Finder ist nun verpflichtet die Sache zu verwahren. Verletzt er diese Pflicht vorsätzlich oder grob fahrlässig, haftet er für die Zerstörung des Geo-Caches. Dies hat das Landgericht Heidelberg entschieden.

In dem zugrunde liegenden Fall baute ein Geo-Cacher eine Schatztruhe aus Holz und installierte darin eine elektronische Einrichtung. Sodann versteckte er sie in einem Wald. Die Truhe sollte als Zielpunkt eines Geocaching-Spiels dienen. Bei dem Spiel handelt es sich um eine Art elektronische Schnitzeljagd. Es wird über das Internet organisiert und steht jedem offen. Ein Jäger fand im Sommer 2010 die Truhe und trug sie zusammen mit seinem Jagdgenossen zu einem Hauptweg. Dort stellten sie sie ab, damit der Eigentümer sie besser finden könne. Nach zwei Tagen stand die Kiste jedoch immer noch am Wegesrand. Sie war jedoch aufgebrochen. Der Jäger brachte die zerstörte Kiste daher ins Fundbüro. Der Geo-Cacher klagte nunmehr auf Schadenersatz. Er meinte, der Jäger habe die Kiste nicht einfach am Wegesrand abstellen dürfen und dadurch grob fahrlässig gehandelt.

Amtsgericht Heidelberg wies Klage ab

Das Amtsgericht Heidelberg wies die Klage ab. Ein Anspruch auf Schadenersatz habe dem Geo-Cacher nicht zugestanden. Denn das Abstellen der Kiste am Rand des Hauptwegs, ohne den Eigentümer zu informieren, sei nicht grob fahrlässig gewesen. Eine Haftung des Jägers als Finder sei daher nicht in Betracht gekommen. Gegen das Urteil legte der Geo-Cacher Berufung ein.

Anspruch auf Schadenersatz bestand

Das Landgericht Heidelberg gab dem Geo-Cacher recht und hob das Urteil des Amtsgerichts auf. Dem Geo-Cacher habe ein Anspruch auf Schadenersatz zugestanden. Denn der Jäger habe gegen die Pflichten eines Finders verstoßen.

Jäger war Finder einer besitzlosen Sache

Durch die Aufnahme der Kiste und dem Transport zum Hauptweg habe der Jäger nach Auffassung des Landgerichts die bis dahin besitzlose Sache in seinem Besitz genommen. Daher habe ein Fund im Sinne des § 965 Abs. 1 BGB vorgelegen. Damit sei wiederum ein gesetzliches Schuldverhältnis zwischen dem Eigentümer und dem Finder entstanden. Verletzt nunmehr der Finder eine Pflicht aus diesem Schuldverhältnis, könne er sich nach § 280 BGB schadenersatzpflichtig machen.

Aufbewahrungspflicht wurde durch Jäger verletzt

Der Jäger habe nach Ansicht des Landgerichts seine Aufbewahrungspflicht (§ 966 BGB) durch das Ablegen der Kiste am Rand es Hauptwegs verletzt. Denn der Finder dürfe nach Inbesitznahme der gefundenen Sache den Besitz, etwa durch Wiederablegen am Fundort oder anderswo, nicht wieder aufgeben. Hinzu sei hier gekommen, dass es der dem Jäger möglich und zumutbar war, mit seinem PKW die Kiste abzutransportieren.

Vorsätzliche bzw. zumindest grob fahrlässige Pflichtverletzung lag vor

Das Landgericht führte weiter aus, dass der Jäger seine Aufbewahrungspflicht vorsätzlich verletzte. Denn er habe gewusst und gewollt, dass die Kiste am Hauptweg stehen bleibt. Soweit der Jäger seine Aufbewahrungspflicht nicht kannte, sei ihm jedenfalls grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen gewesen. Es hätte dem Jäger aufdrängen müssen, dass er gesetzlich verpflichtet war, eine jedenfalls nicht ganz wertlose fremde Sache, die er an sich genommen hat, nicht nach Gutdünken an einem ihm hierfür zweckmäßig erscheinenden Ort wieder abzustellen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 24.07.2013
Quelle: Landgericht Heidelberg, ra-online (vt/rb)

Vorinstanz:
  • Amtsgericht Heidelberg, Urteil vom 21.09.2012
    [Aktenzeichen: 30 C 51/11]
Aktuelle Urteile aus dem Schadensersatzrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Kommunikation & Recht (K&R)
Jahrgang: 2013, Seite: 681
K&R 2013, 681
 | Zeitschrift: Multimedia und Recht (MMR)
Jahrgang: 2013, Seite: 476
MMR 2013, 476
 | Zeitschrift: NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht (NJW-RR)
Jahrgang: 2013, Seite: 928
NJW-RR 2013, 928

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 16339 Dokument-Nr. 16339

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil16339

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (1)

 
 
Thomas Strauß schrieb am 10.03.2014

Also sollte man es sich zweimal überlegen, ob man einen Fund in Besitz nimmt oder besser übersieht, um keinen Ärger wegen Verletzung der Aufbewahrungspflicht, Meldepflicht und dergleichen zu bekommen.

Lohnt sich die Mühe?

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...



Werbung