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Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 22.05.2019
2-24 O 149/18 -

Lärmemissionen durch Wasserflugzeuge vor Strandvilla auf den Malediven begründen Minderungsanspruch von 50 %

Eingeschränkte WLAN-Nutzung rechtfertigt weiteren Minderungsanspruch von 15 %

Das Landgericht Frankfurt am Main hat entschieden, dass Reisende, die eine Strandvilla auf den Malediven gebucht haben, Anspruch auf 50 % Reisepreisminderung haben, wenn Wasserflugzeuge in der Zeit von 6 bis 18 Uhr unmittelbar vor der Strandvilla starten und landen. Bei einer nur eingeschränkten WLAN-Nutzung am Urlaubsort besteht zudem Minderungsanspruch von 15 %.

Der Kläger des zugrunde liegenden Falls hatte für seine Familie und sich eine Pauschalreise auf den Malediven in einem "5-Sterne-Luxus-Resort" gebucht. Hotelgäste wurden zur Hotelanlage mit Wasserflugzeugen befördert, die zwischen 6 Uhr und 17/18 Uhr vor der Strandvilla des Klägers starteten und landeten. Der betreffende Strandabschnitt konnte deswegen nicht zum Baden und Verweilen genutzt werden. Außerdem funktionierte das WLAN nicht durchgehend: Sofern es dem Kläger gelang, sich anzumelden und eine Verbindung aufzubauen, endete diese nach wenigen Minuten, E-Mails konnten nicht heruntergeladen und Internetseiten nicht aufgebaut werden. Auf eine Rüge des Klägers bot der Reiseveranstalter dem Kläger an, eine alternative Unterkunft zu suchen, aber nur gegen eine Stornogebühr von 100 %. Der Kläger organisierte sich selbst eine andere Unterkunft.

LG bejaht Minderungsanspruch von 50 % aufgrund von Lärmemissionen

Das Landgericht Frankfurt am Main entschied, dass die Lärmemissionen durch die Wasserflugzeuge eine Minderung des Reisepreises von 50 % begründen. Auch wenn das Luxus-Resort laut Hotelbeschreibung mit Wasserflugzeugen erreichbar war, habe der Kläger weder damit rechnen müssen, dass dadurch ein Lärm verursacht würde, der eine Ruhe und Erholung unmöglich machte, noch dass der Strandabschnitt vor seiner Strandvilla nicht nutzbar sein würde. Zudem müsse Reisenden zwar nicht nur, aber vor allem in einem "5-Sterne-Luxus-Resort" zugestanden werden, länger als bis 6 Uhr schlafen zu können.

Minderung von 15 % bei eingeschränktem WLAN gerechtfertigt

Für die eingeschränkte WLAN-Nutzung sprach das Gericht eine weitergehende Minderung von 15 % des Reisepreises zu. In der Hotelbeschreibung sei ein freier WLAN-Zugang angepriesen worden. In der als besonders hochwertig beschriebenen Hotelkategorie könne ein Reisender erwarten, überall innerhalb der Anlage zumindest solchen Internetaktivitäten nachgehen zu können, die im Urlaub typisch seien (Aufrufen von Internetseiten, uneingeschränkter E-Mail-Zugang, Nutzung von Messengerdiensten etc.).

100 %-ige Minderung des Reisepreises für Tag des Umzuges in andere Unterkunft

Das Landgericht sprach dem Kläger außerdem die Mehrkosten für die von ihm selbst organisierte Alternativunterbringung zu sowie eine Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit während der betroffenen Reisetage und darüber hinaus eine 100 %-ige Minderung des Reisepreises für den Tag des Umzuges in die andere Unterkunft.

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© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 30.07.2019
Quelle: Landgericht Frankfurt am Main/ra-online (pm/kg)

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Kommentare (1)

 
 
Klarspüler schrieb am 30.07.2019

Was für eine Dummfrechheit: Solche Umstände als Urlaub anbieten und dann noch 100% Stornogebühr verlangen weil die Erholung durch Stress ersetzt wurde.

 

Schon rein zu erzieherischen Zwecken würde ein effektives Rechtssystem hier grundsätzlich 100% des Reisepreises UND 100% immateriellen Schadensersatz für die gesamte Reise zuerkennen...

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