wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Samstag, 14. Dezember 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 30.05.2017
2-03 O 134/16, 2/03 O 134/16, 2-3 O 134/16, 2/3 O 134/16 -

Fotobearbeitung: Model-Release-Vertrag rechtfertigt keine nachträgliche Einfügung eines "Stinkefingers" auf nackte Brust eines Models

Veröffentlichung des Fotos mit "Stinkefinger" auf Facebook begründet Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz

Ein Model-Release-Vertrag rechtfertigt nicht die Bearbeitung eines Fotos in der Form, dass nachträglich ein "Stinkefinger" auf die nackte Brust des Models eingefügt wird und die Veröffentlichung dieses Foto auf Facebook. Dem Model steht in diesem Fall ein Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz zu. Dies hat das Landgericht Frankfurt a.M. entschieden.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Nach einem Fotoshooting mit einem weiblichen Model veröffentlichte der Fotograf unter anderem ein Foto des Models auf Facebook. Das Foto zeigte das Model mit nackter Brust. Auf der Brust hatte der Fotograf nachträglich ein "Stinkefinger" eingefügt. Er wertete dies als Protest gegen Facebook, welches die Veröffentlichung von einem nackte Brust zeigenden Fotos verbiete. Das Model sah dies jedoch anders. Sie fühlte sich durch den "Stinkefinger" betroffen und verlangte vom Fotografen das Foto nicht weiter zu veröffentlichen. Dieser weigerte sich jedoch mit dem Hinweis darauf, dass ihm im Rahmen des abgeschlossenen Model-Release-Vertrags sämtliche Nutzungsrechte des Fotos übertragen wurden. Das Model erhob schließlich Klage auf Unterlassung und Zahlung von Schadensersatz.

Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz

Das Landgericht Frankfurt a.M. entschied zu Gunsten des Models. Ihr stehe sowohl der Anspruch auf Unterlassung als auch auf Zahlung des Schadensersatzes in Höhe von 500 EUR zu.

Kein Recht zur Einfügung des "Stinkefingers"

Der von den Parteien abgeschlossene Model-Release-Vertrag umfasse nach Auffassung des Landgerichts nicht das Recht zur Bearbeitung der Fotografie in der hier vorliegenden Art und Weise. Die Montage eines "Stinkefingers" auf die Brust des Models stelle eine erhebliche Veränderung der Fotografie dar, die über eine übliche Nachbearbeitung oder Retusche von Fotografien deutlich hinausgehe. Es fehle insoweit bereits an der Berechtigung des Fotografen, die Fotografie in dieser Form zu veröffentlichen.

Verletzung des Persönlichkeitsrechts des Models

Durch die Montage des "Stinkefingers" sei nach Ansicht des Landgerichts das Persönlichkeitsrecht des Models verletzt worden. Denn aus Sicht eines Durchschnittsbetrachters könne dies als dem Model gegenüber ausgestreckten "Stinkefinger" interpretiert werden. Soweit der Fotograf anführte, dass auf Facebook das Zeigen von nackten Brüsten untersagt sei und sich deshalb der "Stinkefinger" an Facebook richte, hielt das Landgericht dies für unbeachtlich. Denn dem Fotografen habe eine andere Möglichkeit zur Verfügung gestanden, die Fotografie ohne Verwendung eines die Geringschätzung ausdrückendes Symbols so zu verändern, dass sie auf Facebook veröffentlicht werden konnte. Es sei dem Model jedenfalls nicht zumutbar, mit einem solch offensichtlichen abschätzigen Symbol gezeigt zu werden.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 12.02.2018
Quelle: Landgericht Frankfurt a.M., ra-online (vt/rb)

Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift für Medien- und Kommunikationsrecht (AfP)
Jahrgang: 2017, Seite: 460
AfP 2017, 460
 | Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht Rechtsprechungsdienst (ZUM-RD)
Jahrgang: 2017, Seite: 558
ZUM-RD 2017, 558

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 25512 Dokument-Nr. 25512

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil25512

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung