wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 5 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Montag, 3. August 2020

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Coburg, Urteil vom 18.01.2000
32 S 125/99 -

LG Coburg: Reisebüro muss bei ausbleibender Lieferung von Eintrittskarten wegen Konkurses des "Ticket-Maklers" Kaufpreis zurückzuerstatten

Reisebüro ist als Vertragspartner anzusehen

Dem Kunden eines Reisebüros muss ausdrücklich gesagt werden, wenn ein "Ticket-Makler" als eigentlicher Verkäufer beauftragt wird. Geschieht dies nicht haftet das Büro, wenn der Zwischenverkäufer Konkurs geht und er die Karten nicht liefern kann. Dies entschied das Landgericht Coburg.

Im zugrunde liegenden Fall hatte ein Fußballfan in einem Reisebüro schon Anfang 1998 eine Eintrittskarte für das Finale der Fußballweltmeisterschaft am 12. Juli 1998 im Pariser Prinzenpark bestellt. Das Reisebüro gab die Order an einen Ticket-Service weiter und kassierte noch im Februar 1998 vorab den stattlichen Preis von 2.980.- DM. Doch aus dem Traum von der persönlichen Endspielteilnahme – wenn diese schon der deutschen Elf verwehrt blieb – wurde nichts. Der Ticket-Service wurde zahlungsunfähig. Der gerichtlich eingesetzte Vermögensverwalter konnte auf Anfragen lediglich mitteilen, dass keinerlei Eintrittskarten für die Fußballweltmeisterschaft vorhanden seien. Der während der WM oft zitierte Ticket-Skandal hatte auch hierzulande ein Opfer gefunden.

Reisebüro erklärt, dass kein Vertrag mit dem klagenden Fußballfan bestanden habe

Der so „Gefoulte“ wollte nun wenigstens vom Reisebüro das Geld zurück. Das „mauerte“ aber und verweigerte die Rückzahlung. Weder Prinzenpark noch Geld – das wollte der verhinderte Reisende in Sachen Fußball nicht hinnehmen und klagte vor dem Amtsgericht Coburg. Dort hielt ihm das beklagte Reisebüro eine „Dreierkette“ an Argumenten entgegen. Die Mitarbeiterin des Beklagten habe nämlich nicht für diesen einen Vertrag abgeschlossen, sondern lediglich aus Gefälligkeit die technischen Einrichtungen und geschäftlichen Kontakte des Büros nutzen dürfen, um im Namen des Klägers eine Karte zu bestellen. Seitens des Reisebüros sei auch nicht die übliche Provision von 15 % gefordert worden. Einen Vertrag mit dem Kläger gebe es deshalb nicht.

Wer eine Eintrittskarte im Reisebüro bucht, darf dieses auch als Vertragspartner ansehen

Doch vor den Coburger Gerichten riss die WM-Negativserie des Klägers. Die Beweisaufnahme am Amtsgericht ergab, dass eine Preisliste für die Eintrittskarten mit anderen aktuellen Informationen im Geschäftsraum des Reisebüros auslag. Außerdem war dem Kläger bei der Bestellung nicht etwa gesagt worden, dass es sich um einen Sonderpreis – ohne Provision – handele. Darüber hinaus zahlte der Kläger an das Reisebüro, das seinerseits in eigenem Namen die Bestellung weitergab. Das Amtsgericht sah es deshalb als erwiesen an, dass der Kläger den Beklagten mit der Beschaffung des Luxus-Tickets beauftragte – und nicht etwa den Ticket-Service. Allgemein gelte: Wer eine Eintrittskarte in einem Reisebüro buche, dürfe dieses auch als Vertragspartner betrachten, wenn nicht ausdrücklich eine andere Regelung getroffen werde. Der Beklagte habe daher den vollen Betrag zurückzuerstatten. Eine Rechtsmeinung, die das vom Inhaber des Reisebüros angerufene Landgericht Coburg als Berufungsgericht in vollem Umfang bestätigte.

Das Urteil ist aus dem Jahre 2000 und erscheint im Rahmen der Reihe "Fußballurteile".

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 08.06.2010
Quelle: ra-online, Landgericht Coburg

Vorinstanz:
  • Amtsgericht Coburg, Urteil
    [Aktenzeichen: 11 C 320/99]
Aktuelle Urteile aus dem Vertragsrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 9750 Dokument-Nr. 9750

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil9750

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung