wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Sonntag, 17. November 2019

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Amtsgericht München, Urteil vom 08.11.2007
223 C 17445/07 -

Kein Schadensersatz aus Reisegepäckversicherung für verloren gegangenen Koffer nach verspäteter Verlustmeldung

Ersatz erfolgt nur bei "unverzüglicher" Meldung des Schadens

Wer den Verlust eines Gepäckstücks nicht umgehend dem Flugunternehmen mitteilt, dem kann eine Reisegepäckversicherung den Ersatz des Schadens verweigern. Unter Unverzüglichkeit ist dabei eine Meldung noch am selben Tag und am besten persönlich an der dafür zuständigen Stelle des Flugunternehmens zu verstehen. Dies geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts München hervor.

Im zugrunde liegenden Fall machte die Klägerin Ansprüche aus einer Reisegepäckversicherung geltend, die sie für sich, ihren Ehemann und für ihr zehnjähriges Kind mit einer Versicherungssumme von 3.000 Euro abgeschlossen hatte. Anlass war eine Flugreise in die Türkei, die von Ende Dezember bis Anfang Januar stattfinden sollte. Nach ihrer Rückkehr am 11. Januar mit Ankunft am Flughafen Frankfurt stellte die Frau den Verlust eines Gepäckstücks fest, das auch nach erfolgter Suche nicht wieder aufgefunden werden konnte. Daraufhin forderte sie von ihrer Versicherung den Ersatz des Schadens, den sie auf eine Summe von 1.285 Euro bezifferte.

Verlustmeldung muss "unverzüglich" erfolgen

Die Frau behauptete, dass sie nach Ankunft am Flughafen Frankfurt nach längerer Wartezeit feststellen musste, dass sich ihr Gepäckstück nicht auf dem Gepäckausgabeband befand. Sie habe sich umgehend an das Flughafenpersonal gewandt, das sie an die Gepäckausgabe verwiesen habe. Nachdem der Koffer auch dort nicht aufzufinden gewesen sei, habe man ihr den Rat gegeben, sich am nächsten Tag noch einmal telefonisch zu melden. Die Versicherung verneinte daraufhin einen Anspruch der Klägerin aufgrund grobfahrlässiger Obliegenheitsverletzung nach § 5 Nr. 1 und 3 AVB RG 06. Sie habe den Verlust des Gepäckstücks nicht "unverzüglich", so wie es ihre vertragliche Pflicht gewesen sei, bei der Fluggesellschaft gemeldet. Eine Meldung sei verspätet erst am 12. Januar bei der Fluggesellschaft telefonisch eingegangen. Eine sofortige Anteige am Flughafen sei nachweislich nicht erfolgt, da in derartigen Fällen stets eine Verlustmeldung, genannt "Property Irregulartity Report (PIR)" vom Personal ausgestellt werde.

Grob fahrlässiger Verstoß gegen Versicherungsbedingungen, wenn Verlust erst einen Tag später telefonisch gemeldet wird

Das Amtsgericht München stellte fest, dass die Klägerin keinen Schadensersatzanspruch gegen die Versicherung aufgrund grobfahrlässiger Obliegenheitsverletzung nach § 5 Nr. 1 und 3 AVB RG 06 habe, da sie den Schaden nicht unverzüglich gemeldet hatte. Unter Unverzüglichkeit habe man eine sofortige Meldung ohne schuldhaftes Zögern zu verstehen. Der Sinn dieser Obliegenheit bestehe darin, eine schnelle Aufklärung und ein schnelles Wiederauffinden der Sache zu ermöglichen. Im Weiteren solle dadurch eine Hemmschwelle geschaffen werden, Schadensfälle vorzutäuschen. So sei die psychologische Hemmschwelle höher, wenn man den Verlust umgehend am Schalter melden müsse, nachdem man das betreffende Gepäckstück kurz zuvor "zur Seite geschafft" habe und dabei möglicherweise gesehen worden sei, als sich am nächsten Tag telefonisch von Zuhause aus zu melden. Somit handele ein Versicherungsnehmer entgegen den Versicherungsbedingungen grob fahrlässig, wenn er den Verlust dem Beförderungsunternehmen nicht melde, sondern sich darauf beschränke, am nächsten Tag anzurufen. Das Versäumnis der Klägerin im vorliegenden Fall habe demnach darin gelegen, den Verlust nicht umgehend an der dafür zuständigen Stelle am Flughafen anzuzeigen und sich den Verlust schriftlich bestätigen zu lassen.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 09.03.2012
Quelle: ra-online, Amtsgericht München (vt/st)

Aktuelle Urteile aus dem Reiserecht | Versicherungsrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift für Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht (VersR)
Jahrgang: 2008, Seite: 1211
VersR 2008, 1211

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 11242 Dokument-Nr. 11242

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil11242

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken


Wenn Sie einen Anwalt suchen, kann Ihnen unser Partnerportal, das Deutsche Anwaltsregister, sicher helfen:
einen Anwalt über das Deutsche Anwaltsregister suchenSie suchen einen Anwalt?
Das Deutsche Anwaltsregister hilft ...

kostenlose-urteile.de - kostenlos Urteile recherchieren, ohne Abo - kostenlos Urteile lesen, ohne Zeitbeschränkung

einige wichtige Links:Startseite | Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt | über uns

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH



Werbung