wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Mittwoch, 25. April 2018

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht Deggendorf, Urteil vom 12.11.2014
22 O 298/14 -

Skischule haftet Schüler auf Schmerzensgeld aufgrund Skiunfalls auf stark befahrener Piste

Skistunde auf ungeeigneter Piste begründet Verschulden an Skiunfall

Eine Skischule darf nur abseits vom allgemeinen Sportbetrieb Übungsstunden vornehmen. Erleidet daher ein Schüler einen Skiunfall, weil auf einer stark befahrenen Piste geübt wird, haftet die Skischule auf Zahlung von Schmerzensgeld. Dies hat das Landgericht Deggendorf entschieden.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im Februar 2014 nahm eine Frau zusammen mit ihrer Familie an einer Unterrichtsstunde einer Skischule teil, da sie das Skifahren erlernen wollte. Dazu begab sich der Skilehrer mit der Familie auf eine blaue Piste, die zu diesem Zeitpunkt stark befahren war. Trotz von hinten herannahender Skifahrer drängte der Skilehrer die Frau dazu loszufahren. Nachdem sie dem nachkam fuhr ihr ein von oben herannahender Skifahrer über die vorderen Skier. Die Frau stürzte aufgrund dessen und erlitt eine schmerzhafte Fibularfraktur und eine Syndesmosenruptur des rechten Sprunggelenks. Sie klagte aufgrund dessen gegen die Skischule auf Zahlung von Schmerzensgeld.

Anspruch auf Schmerzensgeld aufgrund schuldhaft verursachten Skiunfalls

Das Landgericht Deggendorf entschied zu Gunsten der Klägerin. Ihr stehe gegen die Skischule ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu, da der Skilehrer den Skiunfall schuldhaft verursacht habe. Er habe die erste Übungsstunde auf einem nicht geeigneten Hang durchgeführt.

Haftung der Skischule aufgrund Durchführung der Übungsstunde auf ungeeigneter Piste

Gemäß Ziffer III "Sicherheitsvorschriften in Wintersportorten E Nr. 3" dürfen Skilehrer dem Schüler keine Risiken zumuten, denen diese mit ihren Fähigkeiten bei den gegebenen Schnee- und Witterungsverhältnissen nicht gewachsen seien. Daher müsse der Skilehrer mit seinen Schülern abseits vom allgemeinen Sportbetrieb üben und dürfe die Skischüler den drohenden Gefahren des allgemeinen Sportbetriebs nicht aussetzen. Dagegen habe der Skilehrer verstoßen, da er die Übungsstunde auf einer blauen, stark befahrenen Piste im allgemeinen Sportbetrieb durchgeführt hatte. Zudem habe er dafür Sorge tragen müssen, dass die Klägerin nicht entgegen der FIS-Regel 5 anfährt, obwohl sich Skifahrer von oben näherten.

Schmerzensgeld von 5.000 EUR

Angesichts der erlittenen Verletzungen und des Umstandes, dass der Bruch mit Titanstellschrauben versorgt und mittels einer Schiene ruhig gestellt werden musste, erachtete das Landgericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 EUR für angemessen. Zudem blieb nicht unberücksichtigt, dass die Klägerin eine geringgradige Knochenprellung des Schienbeinkopfes erlitt und die körperlichen Beeinträchtigungen mehrere Wochen andauerten.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 05.12.2017
Quelle: Landgericht Deggendorf, ra-online (vt/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Schadensersatzrecht | Sportrecht
Urteile zu den Schlagwörtern: FIS-Regel | FIS-Regeln | Haftung | Schmerzensgeld (ja) | Skilehrer | Skipiste | Skischule | Skiunfall
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift für Schadenrecht (zfs)
Jahrgang: 2015, Seite: 681
zfs 2015, 681

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 25223 Dokument-Nr. 25223

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil25223

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Werbung