wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollständig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben „verschluckt“ hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Mittwoch, 22. November 2017

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern3/0/5(1)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Landgericht München I, Urteil vom 27.03.2015
20 O 10380/13 -

Von Passanten provoziertes Anspringen eines fremden Hundes begründet Mitverschulden von 50 % an dadurch bedingtem Sturz

Schmerzensgeld von 4.000 Euro aufgrund erheblicher Schmerzen sowie mehrwöchiger Bewegungs­einschränkung des rechten Knies

Provoziert ein Passant beim Spielen mit einem fremden Hund ein Anspringen des Hundes und kommt der Passant dadurch zu Fall, so begründet dies ein Mitverschulden in Höhe von 50 %. Erleidet der Passant durch den Sturz erhebliche Schmerzen und leidet er für mehrere Wochen an einer Bewegungs­einschränkung am rechten Knie, so kann dies ohne Berücksichtigung des Mitverschuldens ein Schmerzensgeld von 4.000 Euro rechtfertigen. Dies geht aus einer Entscheidung des Landgerichts München I hervor.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im März 2012 spielte eine Passantin auf einer Wiese in München mit einem fremden Hund. Sie hob einen auf den Boden liegenden Tannenzapfen auf und bemerkte dabei, dass sie der Hund fixierte. Ohne jedoch den Zapfen zu werfen, wandte sie sich vom Hund ab. Der Hund sprang daraufhin auf den Zapfen zu und brachte dadurch die Passantin zu Fall. Da sich die Passantin aufgrund des Sturzes verletzte, klagte sie gegen den Hundehalter unter anderem auf Zahlung von Schmerzensgeld.

Anspruch auf Schmerzensgeld unter Berücksichtigung eines hälftigen Mitverschuldens

Das Landgericht München I entschied zum Teil zu Gunsten der Passantin. Ihr stehe nach § 833 Satz 1 BGB zwar ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu. Jedoch müsse sie sich ein Mitverschulden in Höhe von 50 % anlasten lassen. Denn der Sachverhalt gehe über das übliche Maß eines Passanten, der von einem Hund einfach so angesprungen wird, deutlich hinaus.

Mitverschulden aufgrund provozierten Anspringens

Nach Auffassung des Landgerichts habe die Passantin das Anspringen des Hundes vorwerfbar provoziert. Sie habe sich durch die Annäherung an den Hund und das Aufheben des Zapfens bewusst in dessen Nähe begeben und seine Aufmerksamkeit erregt. Sie habe für den Hund einen Anstoß gegeben, nach dem Zapfen zu springen. Wer etwas aufhebt, um es für einen Hund zu werfen, müsse damit rechnen, dass der Hund hiernach springt.

Schmerzensgeld von 2.000 Euro

Das Landgericht erachtete aufgrund der bei dem Sturz erlittenen Schmerzen, der mehrwöchigen Bewegungseinschränkung am rechten Knie und der dadurch gefühlten Lebensbeeinträchtigung ein Schmerzensgeld von 4.000 Euro für angemessen. Es sei zu beachten, dass die Passantin ihren sonst üblichen Tätigkeiten nicht habe nachgehen können, wie zum Beispiel das dreistündige Gassigehen mit ihrem Hund. Angesichts des Mitverschuldens von 50 % verkürzte sich das Schmerzensgeld aber auf 2.000 Euro.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 03.11.2017
Quelle: Landgericht München I, ra-online (vt/rb)

Aktuelle Urteile aus dem Schadensersatzrecht

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 25070 Dokument-Nr. 25070

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil25070

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

Schicken Sie uns Ihr Urteil!Ihre Kanzlei hat interessante, wichtige oder kuriose Fälle vor Gericht verhandelt?
Senden Sie uns diese Entscheidungen doch einfach für kostenlose-urteile.de zu. Unsere Redaktion schaut gern, ob sich das Urteil für eine Veröffentlichung eignet.
BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: 3 (max. 5)  -  1 Abstimmungsergebnis Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Werbung