wichtiger technischer Hinweis:
Sie sehen diese Hinweismeldung, weil Sie entweder die Darstellung von Cascading Style Sheets (CSS) in Ihrem Browser unterbunden haben, Ihr Browser nicht vollstndig mit dem Standard HTML 4.01 kompatibel ist oder ihr Browsercache die Stylesheet-Angaben 'verschluckt' hat. Lesen Sie mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zum Design dieser Homepage unter folgender Adresse:   ->  weitere Hinweise und Informationen
kostenlose-Urteile.de
Dienstag, 24. Januar 2017

kostenlose-urteile.de ist ein Service der ra-online GmbH


Bitte geben Sie Ihren Suchbegriff für die Urteilssuche ein:
unsere Urteilssuche




Logo des Deutschen Anwaltsregister (DAWR)

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungsstern0/0/5(0)
Hier beginnt die eigentliche Meldung:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 25.02.2016
VII ZR 210/13 -

BGH: Verletzung von Prüfungs- und Hinweispflichten durch Auftragnehmer kann ohne Vorliegen eines Mangels keine Mängelhaftung begründen

Fliesenleger haftet nicht für Verwendung von falschen Reinigungsmitteln

Verletzt ein Auftragnehmer seine Prüfungs- und Hinweispflichten und entsteht dadurch an dem mangelfreien Werk ein Schaden, so begründet dies keine Mängelhaftung des Auftragnehmers. Daher haftet ein Fliesenleger nicht für den Schaden an mangelfreien Fliesen, der durch die Verwendung eines falschen Reinigungsmittels entsteht. Dies hat der Bundesgerichtshof entschieden.

In dem zugrunde liegenden Fall hatte die Eigentümerin zweier Studentenwohnheime im Jahr 2003 eine Fliesenlegerfirma mit Fliesenarbeiten an den Bädern der beiden Häuser beauftragt. Nach Fertigstellung und Abnahme der Arbeiten entstanden aufgrund der Verwendung falschen Reinigungsmittels Schäden an den Fliesen. Die Hauseigentümerin machte dafür die Fliesenlegerfirma verantwortlich und erhob im Februar 2012 Klage auf Zahlung eines Vorschusses zur Beseitigung der Mängel. Die Fliesenlegerfirma hätte auf die Verwendung des richtigen Reinigungsmittels hinweisen müssen.

Landgericht und Oberlandesgericht gaben Klage statt

Sowohl das Landgericht Marburg als auch das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. gaben der Klage statt. Die Fliesenlegerfirma habe ihre Hinweispflichten verletzt. Sie hätte die Hauseigentümerin darauf hinweisen müssen, dass eine Reinigung nur mit bestimmten Reinigungsmitteln möglich sei. Eine entsprechende Nebenpflicht ergebe sich aufgrund des größeren Fachwissens der Firma. Gegen diese Entscheidung legte die Fliesenlegerfirma Revision ein.

Bundesgerichtshof verneint Anspruch auf Vorschuss zur Mängelbeseitigung

Der Bundesgerichtshof entschied zu Gunsten der Fliesenlegerfirma und hob daher die Entscheidung der Vorinstanz auf. Der Hauseigentümerin habe kein Anspruch auf Vorschuss zur Mängelbeseitigung gemäß 637 Abs. 3 BGB zugestanden. Denn weder sei das Werk mangelhaft gewesen, noch habe die Verletzung einer Hinweispflicht durch die Fliesenlegerfirma eine Mangelhaftigkeit begründet.

Keine Hinweispflicht für Fliesenlegerfirma

Ist ein Werk mangelfrei, so der Bundesgerichtshof, könne die Verletzung einer Prüfungs- oder Hinweispflicht durch den Auftragnehmer keine Mängelhaftung begründen. Eine andere Ansicht könne sich nicht aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ergeben. Denn diese habe Hinweispflichten betroffen, mit deren Erfüllung der Auftragnehmer seine Haftung wegen der Mangelhaftigkeit seines Werks abwenden könne. Es gehe dabei darum, darauf hinzuweisen, dass der Auftragnehmer so wie beabsichtigt oder mit der vorgefundenen Situation kein mangelfreies Werk erstellen könne. Ein solcher Fall habe hier hingegen nicht vorgelegen. Hier sei es darum gegangen, wie ein späterer Schaden an einem mangelfreien Werk habe abgewendet werden können.

Werbung

© kostenlose-urteile.de (ra-online GmbH), Berlin 05.01.2017
Quelle: Bundesgerichtshof, ra-online (vt/rb)

Vorinstanzen:
  • Landgericht Marburg, Urteil vom 13.06.2012
    [Aktenzeichen: 2 O 13/12]
  • Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 01.08.2013
    [Aktenzeichen: 15 U 163/12]
Aktuelle Urteile aus dem Werkvertragsrecht
Fundstellen in der Fachliteratur: Zeitschrift: Monatsschrift für Deutsches Recht (MDR)
Jahrgang: 2016, Seite: 646
MDR 2016, 646
 | Zeitschrift: NJW-Spezial
Jahrgang: 2016, Seite: 237
NJW-Spezial 2016, 237
 | Neue Zeitschrift für Baurecht und Vergaberecht (NZBau)
Jahrgang: 2016, Seite: 488
NZBau 2016, 488
 | Zeitschrift für Versicherungsrecht, Haftungs- und Schadensrecht (VersR)
Jahrgang: 2016, Seite: 803
VersR 2016, 803

Urteile sind im Original meist sehr umfangreich und kompliziert formuliert. Damit sie auch für Nichtjuristen verständlich werden, fasst kostenlose-urteile.de alle Entscheidungen auf die wesentlichen Kernaussagen zusammen. Wenn Sie den vollständigen Urteilstext benötigen, können Sie diesen beim jeweiligen Gericht anfordern.

Dokument-Nr.: 23656 Dokument-Nr. 23656

Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: http://www.kostenlose-urteile.de/Urteil23656

Bitte beachten Sie, dass im Gegensatz zum Verlinken für das Kopieren einzelner Inhalte eine explizite Genehmigung der ra-online GmbH erforderlich ist.

BewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertungssternBewertung: keine Bitte bewerten Sie diesen Artikel.0/0/5/0
 
Sie brauchen Hilfe vom Profi?

Kommentare (0)

 
 

Werbung

Drucken
Das könnte Sie auch interessieren ...


Werbung